Oberberg – HESPERT. Faszinierend, intelligent und sensibel, das sind die Charaktereigenschaften, die Horst Ludwig aus Reichshof-Hespert seinen Brieftauben zuschreibt. Der gebürtige Westerwälder ist Mitglied der Reisevereinigung Gummersbach, in der 100 Züchter pro Saison etwa 3000 Tauben bei Wettbewerbsflügen an den Start schicken.
„Der Brieftaubensport ist wirklich ein prickelndes Hobby“, schwärmt Horst Ludwig, der seine Leidenschaft für die „Rennpferde der Lüfte“ schon als Jugendlicher für sich entdeckte. Heute nennt der 67-Jährige einen Bestand von 25 Jung- und noch einmal so vielen ausgewachsenen Tieren sein Eigen. Die Flotte gurrt im hellen, geräumigen Taubenschlag unterm Dach eines renovierten Stallgemäuers im Hesperter Eichkamp.
Mit einer Reihe von Trainingsflügen begann bei den Oberbergischen Brieftaubenfreunden im April die sportliche Saison. Einem festen Reiseplan folgend legten die Tauben anschließend Distanzflüge mit Strecken von bis zu 620 Kilometern zurück. In Spezialtransportern - ausgestattet mit modernster Technik, was Klimatisierung, Fütterung und Reisekomfort betrifft - fahren die Tauben mitunter sogar bis nach Österreich. Dort prüft Flugleiter Dietmar Cappel, ob die aktuellen Wetterprognosen einen unbeschadeten Heimflug garantieren. „Der Fachmann hat Zugriff auf ganz spezielle Daten und kennt die Wetterlage für den Wettkampftag stundengenau“, erklärt Horst Ludwig. Bis zu 620 Kilometer legen die oberbergischen Vögel dann pro Flug zurück. Die Tiere kommen auf eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Stundenkilometern und sind mit einem elektronischen Chip ausgestattet, der die Ankunft im heimischen Schlag sekundengenau registriert. In der Einsatzhalle des Vereins in Bernberg machen sich die Vorsitzenden Wolfgang Krieger und Jochen Feldhoff anschließend an die Auswertung der Daten.
Die schnellste Taube der Reisevereinigung kam in diesem Jahr aus dem Schlag Franz-Wilhelm Gonschiors aus Wenden. Auf Platz zwei landete die Schlaggemeinschaft Stoltenhoff und Hendricks aus Gummersbach gefolgt von Georg Kicinski aus Wenden. Auf den weiteren Rängen platzierten sich die Tiere von Helmut Mahn aus Wiehl-Merkausen, Jochen Feldhoff aus Marienheide, Thorsten Müller aus Reichshof-Heidberg, den Gebrüdern Hitzegrad aus Gummersbach, Heinz Halberstadt aus Wenden, Georg Heinrich aus Bergneustadt und Wolfgang Blumberg aus Frielingsdorf.
Junge Menschen, die sich für den Brieftaubensport interessieren, sind herzlich eingeladen, sich bei der Gummersbacher Reisevereinigung, Horst Ludwig, V(0 22 65) 98 06 62 zu melden.