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BrustkrebsDrittes Risiko-Gen entdeckt

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Früherkennung ist nicht gleich Vorbeugung: Das ist vielen Frauen unklar, wenn sie zur Mammographie gehen. (Bild: dpa)

Deutsche Wissenschaftler haben ein drittes Hochrisiko-Gen für Brustkrebs entdeckt: BRCA3, das sowohl erblich bedingten Brustkrebs als auch Eierstockkrebs auslöst, wurde im Rahmen eines von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojektes unter Beteiligung von zwölf universitären Zentren nachgewiesen. Die Hochrisiko-Gene BRCA1 und BRCA2 waren bereits vor rund 15 Jahren identifiziert worden. BRCA steht für Breast Cancer (Brustkrebs).

Das Gen mit dem Namen RAD51C spielt eigentlich für den Erhalt der gesunden Erbsubstanz eine wichtige Rolle, erläutert Professor Dr. Rita Schmutzler, an der Kölner Uni-Klinik Leiterin des Zentrums für familiären Brust- und Eierstockkrebs, das bei den Arbeiten mitgewirkt hat. „Veränderungen in diesem Gen führen jedoch dazu, dass Zellen Erbgutschädigungen anhäufen, aus denen ein Tumor entstehen kann“, so die Gynäkologin. Das Gen, das zu 50 Prozent vererbt werde, habe schon länger in Verdacht gestanden, Krebs zu erzeugen. Trägerinnen der Genveränderung BRCA3 haben ein Risiko von 60 bis 80 Prozent, an Brustkrebs zu erkranken und das schon in jungen Jahren ab Anfang 30. Für Eierstockkrebs liegt das Risiko für eine Erkrankung - meistens ab 50 Jahre - bei 20 bis 40 Prozent. Allerdings tritt BRCA3 vergleichsweise selten auf. Bei den Hochrisiko-Familien für Brust- und Eierstockkrebs insgesamt wurde in rund 15 Prozent BRCA1, in etwa zehn Prozent BRCA2 und nur in 1,5 Prozent BRCA3 nachgewiesen.

„Die Entdeckung von BRCA3 bestätigt unsere Hypothese, dass es noch weitere, aber seltene Gendefekte gibt, die als Auslöser von Brust- oder Eierstockkrebs in Frage kommen“, so Schmutzler. Dabei könne es sich sowohl um Hochrisiko-Gene handeln als auch um das Zusammenspiel moderater Risiko-Gene. „Wir gehen davon aus, dass die Mehrheit der Erkrankungen genetisch zu erklären ist“, so die Kölner Wissenschaftlerin. Durch einen ungesunden Lebensstil mit Rauchen, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel könne sich das Risiko für die beiden Krebsarten noch potenzieren. In Deutschland erkranken jährlich etwa 60.000 Frauen an Brustkrebs, rund 10.000 an Eierstockkrebs.

Dank der modernen genomweiten Analyseverfahren sei es jetzt möglich, nach weiteren Risiko-Genen gezielt zu fahnden, so Schmutzler. Schließlich könnten die drei bisher bekannten Risiko-Gene nur etwa 70 Prozent der Fälle von familiär bedingtem Brust- oder Eierstockkrebs erklären. Die Koordinatorin des deutschen Konsortiums für erblichen Brust- und Eierstockkrebs betonte, dass gefährdete Frauen in spezialisierte Zentren gehörten. Für sie stünden die neuesten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen unter engmaschiger Überwachung zur Verfügung. An der Kölner Uni-Klinik werde ab sofort auch der Bluttest auf BRCA3 angeboten.