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Brustktrebs80 Prozent der Erkrankungen sind heilbar

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Früh erkannt ist Brustkrebs zu 80 Prozent heilbar. (Symbolbild: dpa)

Eine Botschaft war den Experten bei der "Rundschau"-Telefon-Sprechstunde besonders wichtig: Dank des medizinischen Fortschritts der vergangenen Jahre bedeutet die Diagnose Brustkrebs heute kein Todesurteil mehr. In 80 Prozent der Fälle ist die Krebserkrankung heilbar und selbst mit Metastasen können man bisweilen Jahre bis Jahrzehnte lang leben. "Brustkrebs ist heute als chronische Erkrankung anzusehen", betonte Dr. Eva Kalbheim von der Deutschen Krebshilfe.

Gemeinsam mit Dr. Katalin Antalffy, der Leitenden Oberärztin im Brustzentrum am Elisabeth-Krankenhaus, Prof. Peter Mallmann, dem Direktor der Universitäts-Frauenklinik, Ursel Wirz vom BRCA-Netzwerk für familiären Brust- und Eierstockkrebs und der programmverantwortliche Ärztin der Mammografie-Screeningeinheit Köln rechtsreheinisch/Leverkusen, Dr. Juliane Terpe, beantwortet Eva Kalbheim zwei Stunden lang die Fragen unserer Leserinnen. Die häufigsten Fragen und Antworten haben wir zusammengefasst

Seit einiger Zeit tritt ein blutig-wässriges Sekret aus meiner Brustwarze. Sollte ich damit zum Frauenarzt gehen?

Auf jeden Fall. Das ist ein auffälliger Befund, der abgeklärt werden muss.

Ich bin 30 und habe eine Zyste in der Brust. Reicht die regelmäßige Kontrolle der Brust mittels Ultraschall?

Ja. Bei jungen Frauen unter 40 ist eine schmerzlose und strahlenfreie Ultraschalluntersuchung der Brust die beste und zuverlässigste Methode. Im Zweifelsfall würde man eine weitergehende Magnetresonanztomographie anordnen.

Warum reicht es bei Frauen jenseits der 50 nicht aus, eine regelmäßige Ultraschalluntersuchung der Brust zu machen?

In der Regel ist bei Frauen jenseits der 50 das Brustgewebe nicht mehr ganz so dicht wie bei jüngeren Frauen, man sieht auf einer Mammografie also deutlich mehr. Die typischen Mikroverkalkungen (Krebsvorstufen) sieht man im Ultraschall gar nicht, sondern nur in einer Mammografie. Da zudem mit dem Alter das Risiko an Brustkrebs zu erkranken zunimmt, werden im Rahmen des Mammografie-Screenings Frauen von 50 bis 69 alle zwei Jahre zur Röntgen-Mammografie eingeladen. Ziel ist es, Tumore möglichst früh aufzuspüren und dadurch die Brustkrebs-Sterblichkeit zu senken.

Ich habe eine kleine Brust und Angst, dass ich bei der Mammografie deshalb einer zu großen Strahlenbelastung ausgesetzt bin.

Die modernen digitalen Mammografiegeräte messen während der Aufnahme automatisch, wie viel Strahlendosis notwendig ist, um eine für die Diagnostik perfekte Aufnahme zu erstellen. Dies ist abhängig von der Größe der Brust und der Dichte des Gewebes. Damit wird gewährleistet, dass nur die minimal erforderliche Strahlenbelastung der Brust erfolgt.

Meine Großmutter ist sehr früh an Brustkrebs Krebs erkrankt, meine Mutter nicht, aber ich selbst mit 50. Hat meine Tochter nun ein erhöhtes Risiko?

Dass die Mutter nicht erkrankt ist, ist zwar ungewöhnlich, trotzdem wäre der Tochter eine Vorstellung in einem den Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs zu empfehlen.

Sollte man sich bei einer familiären Brustkrebsveranlagung die Eierstöcke entfernen lassen?

Bei abgeschlossenem Kinderwunsch wird dies den betreffenden Frauen empfohlen, da sich dadurch das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, deutlich reduzieren lässt.

Ich werde wegen meiner Brustkrebserkrankung mit Hormonen behandelt. Nun habe ich Gelenkscherzen und ich befürchte, dass diese daher kommen. Kann man mit der Hormontherapie nach einem oder zwei Jahren aufhören?

Grundsätzlich ist das nicht zu empfehlen und sollte nur nach Rücksprache mit dem Gynäkologen erfolgen, da der Nutzen dieser Hormon-Therapie was die Rezidiv-Vorbeugung anbetrifft eindeutig belegt ist. Zwar klagen einige Patientinnen unter der Therapie über Gelenkbeschwerden, diese müssen jedoch nicht zwingend eine Nebenwirkung sein, sondern können manchmal auch altersbedingt sein. In der Regel wird Patientinnen mit einem hormonempfindlichen Brustkrebs empfohlen, zwei Jahre mit Tamoxifen und dann für drei weitere Jahre mit sogenannten Aromatasehemmern zu behandeln. Frauen mit erhöhtem Risiko wird in der Regel durchgängige Therapie mit Aromatasehemmern über fünf Jahre empfohlen.

Sollte unter einer Therapie mit Aromatasehemmern die Knochendichte kontrolliert werden?

Das erwünschte Absenken des Östrogenspiegels durch Aromatasehemmer kann zu einer beschleunigten Abnahme der Knochendichte und damit zu Osteoporose führen. Es ist durchaus empfehlenswert nach zwei Jahren eine Knochendichtemessung durchführen zu lassen.

Wie sieht die Nachsorge für Brustkrebspatientinnen aus?

Für Brustkrebspatientinnen, bei denen keine Metastasen festgestellt wurden, gibt es ein in den S3-Leitlinien festgeschriebenes standardisiertes Nachsorgeprogramm: In den ersten drei Jahren sieht es alle drei Monate eine Tastuntersuchung der Brust, alle halbe Jahre eine Mammografie der kranken Brust und jährlich eine Mammografie der gesunden Brust vor. Danach sollte halbjährlich eine Tastuntersuchung durchgeführt werden und jährlich eine Mammografie von beiden Brustseiten gemacht werden.

Sollte man in der Krebsnachsorge regelmäßig die Tumormarker im Blut bestimmen lassen?

Nein. Die Untersuchung ist zu unspezifisch. Sinnvoll ist sie nur zur Kontrolle der Therapie bei metastasierten Erkrankungen.