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Bürgermeister wohnen nicht immer im Ort

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SANKT AUGUSTIN. Die Stadt leere sich langsam, weil an Fastelovend viele aus der Verwaltungsspitze in Urlaub fahren, hieß es beim Behördenkarneval an Weiberfastnacht im Sankt Augustiner Rathaus. Der Bürgermeister sei sogar ganz nach Troisdorf umgezogen. - War es da noch veräppelnd gemeint, so griff der Grüne Stadtverordnete Wolfgang Köhler nun in der Fastenzeit den Umzug von Klaus Schumacher (CDU) nach Sieglar politisch auf. Das hatte wiederum Gegen-Pressemitteilungen von Junger Union und CDU zur Folge.

Schumacher will sich dazu nicht äußern. Lediglich, dass er aus persönlichen Gründen umgezogen und selbstverständlich stets weiter bei seinen Bürgern vor Ort ansprechbar sei. Die Grünen kritisieren, ein Bürgermeister müsse selbstverständlich in der Stadt wohnen, wo er sein Amt habe und verweisen darauf, dass es früher für Beamte sogar mal eine Residenzpflicht gab.

Die wurde aber schon vor Jahrzehnten für Hauptverwaltungsbeamte wie auch Beigeordnete abgeschafft, sagt Bernd Carl von der Kommunalaufsicht im Kreishaus, und stamme wohl aus Zeiten, als man noch mit der Postkutsche fuhr und moderne Telekommunikationsmittel fehlten. Schon lange her sei es auch, dass es auf dem Grundstück des Siegburger Kreishauses eine Dienstvilla für den Landrat gab. Betreffs Schumacher seien es ja wohl auch nur wenige Minuten mit dem Auto von Sieglar ins Sankt Augustiner Rathaus. Wenn ein Bürgermeister sehr weit oder gar hunderte Kilometer entfernt wohne, dann finde er persönlich das aber auch schon eher bedenklich, meint Bernd Carl.

Junge Union und CDU-Stadtverband verweisen denn auch in ihren Entgegnungen auf die Rechtslage und schreiben, Köhler wolle mit seiner „populistischen und geschmacklosen Kampagne“ nur das Image des „hervorragenden Bürgermeisters“ beschädigen. Sie verweisen zudem darauf, dass Schumacher nicht der erste Bürgermeister sei, der nicht an seinem Dienstort wohne.

In der Stadt, in der er jetzt wohnt, gab schon ähnliche Diskussionen. Der Troisdorfer Bürgermeister Manfred Uedelhoven (CDU) wohnt aus persönlichen Gründen schon lange bei seiner pflegebedürftigen Mutter in Much, die vor einem Jahr ihren ebenfalls pflegebedürftigen Mann verlor und die er nicht verlassen will. Wenn s spät werde, wohne er oft auch bei seiner Tochter in Troisdorf, weshalb er durchaus einen Wohnsitz in der Stadt habe. Uedelhoven weiter: „Mit 60 bis 80 Stunden Arbeitszeit bin ich ohnehin mehr in Troisdorf.“ (ca)