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„Chappi“-ProzessEx-Koks-König mit Ohrenschmerzen

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Die zentrale Frage: Ist die einstige Rotlichtgröße nach jahrelanger Einzelhaft überhaupt noch verhandlungsfähig?

Der Angeklagte leidet nach Angaben seines Rechtsanwaltes Dr. Björn Gercke unter einer besonders schmerzhaften Form des Tinnitus. „Die Schmerzen müssen zeitweise so heftig sein, dass man aus dem Fenster springen könnte“, betonte der Verteidiger. Dies habe ihm ein Arzt nach einer Untersuchung mitgeteilt.

Deshalb soll „Chappi“ nun von einem Facharzt begutachtet werden. Die Verteidigung empfahl Dr. Gerhard Hesse aus Bad Arolsen. Dieser Arzt führt dort eine Tinnitus-Klinik und sei ein absoluter Spezialist auf dem Gebiet. Möglicherweise soll der Angeklagte direkt in der Spezialklinik untersucht werden.

Über den Arzt, der den Ex-Koks-König untersuchen soll, gab es im Saal 2 gestern Morgen aber zunächst Meinungsverschiedenheiten. Die Staatsanwältin und der Vorsitzende Richter wollten den Anstaltsarzt befragen, doch der Allgemeinmediziner hatte gestern kurzfristig keine Zeit. Außerdem waren die Anwälte von „Chappi“ dagegen. „Ein HNO-Arzt ist für dieses Krankheitsbild nicht die richtige Wahl“, teilte die Verteidigung mit. Nach längerer Diskussion kam die Kammer zu dem Entschluss, dass sie nun einen Facharzt sucht. „In einer Millionenstadt wie Köln wird es doch einen Mediziner geben, der sich mit Tinnitus gut auskennt“, sagte Gercke. Am Dienstag wird der Prozess weiter fortgesetzt, dann dürfen auch die drei Mitangeklagten wieder dabei sein. Denn gestern ging es ausschließlich um die Ohrenschmerzen des Herrn Chapuis.