EUSKIRCHEN – Kahles stieß 1991 zum Ärzteteam und war maßgeblich am Aufbau der Kardiologischen Abteilung beteiligt, die 1995 mit 40 Betten etabliert wurde. Er war über 20 Jahre Chefarzt der Inneren Medizin / Kardiologie in Euskirchen. Neuer Chefarzt der Kardiologie wird Dr. Klaus Pels, der von der Berliner Charité ins Marien-Hospital wechselt.
Auf Einladung von Krankenhaus-Geschäftsführer Johannes Dörr und Kreisdechant Bernhard Auel, dem Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Stiftung Marien-Hospital Euskirchen, wurde Kahles feierlich verabschiedet. Rund 130 Gäste, darunter auch Bürgermeister Dr. Uwe Friedl und Dr. Sabine Dirhold als Vertretung für Landrat Günter Rosenke, würdigten in der festlich eingedeckten Cafeteria des Marien-Hospitals das Wirken des scheidenden Mediziners und begrüßten seinen Nachfolger.
Eine besondere Überraschung hatte sich der Ärztliche Direktor, Professor Michael Loick, einfallen lassen. „Das war eine sehr persönliche Hommage an mich“, freute sich Kahles. Ohne sein Wissen hatte Loick zahlreiche Fotos, unter anderem auch bei Kahles Ehefrau Ingrid, zusammengetragen und daraus eine Powerpoint-Präsentation gebastelt. Die dokumentiert Dr. Kahles Arbeit über Jahrzehnte in Momentaufnahmen aus dem Klinikalltag. Und der war für Kahles oft lang: „Ich war immer der erste, der kam und der letzte, der ging“, berichtete er der Rundschau. Ein Meilenstein seines Wirkens war die Einrichtung der 24-Stunden-Bereitschaft für Herzpatienten. „Das war ein großer Fortschritt für den Kreis Euskirchen, weil dadurch im Notfall rasch und kompetent geholfen werden kann“, sagt er selbst.
Nicht allerdings, ohne gleichzeitig einen Dank an seine Assistenten und Arztkollegen zu richten: „Ohne deren Loyalität und Einsatz wäre das nicht möglich gewesen.“
Es scheint, als schließe sich der Kreis, wenn Kahles berichtet, dass er im „Unruhestand“ in Kardiologischen Praxen in Bonn und Rheinbach arbeiten wird - beide werden von ehemaligen Schülern des Euskircheners geleitet.
Kahles wirkt mit sich im Reinen - vielleicht auch, weil er weiß, dass er sein Werk in kompetente Hände legt. Sein Nachfolger Dr. Klaus Pels war seit 2005 als Oberarzt der Kardiologie und Pulmologie der Charité Universitätsmedizin Berlin tätig. Einige Schwerpunkte, die er in der Charité mit aufgebaut hat, etwa im Bereich der Diagnostik mittels Herzkatheder, möchte Pels nun in Euskirchen etablieren. In Kürze, berichtete er, werde das Marien-Hospital dazu auch über eine komplett neue Herzkatheter-Anlage verfügen.
Und - wie ist es für ihn und seine Familie, aus der Metropole Berlin nach Euskirchen zu ziehen? Pels lächelt. „Seit unser Sohn Frederik (2 Jahre) auf der Welt ist, hat sich unser sozial aktives Leben in Berlin deutlich reduziert. Dafür haben wir ein ländliches Umfeld im Grünen zu schätzen gelernt. Für uns als Familie ist es ein schöner Schritt, in die Eifel zu ziehen.“