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Corona-LockerungShoppinglaune war noch verhalten

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Auf mehr Kunden als in den Wochen zuvor freut sich Alwina  Nadeins in ihrem Geschäft für Dekorationsartikel.

Oberberg – „Jetzt sehen Sie sich das an.“ Caren Franken, Chefin von „Mode & Jeans-Kultur“ in der Gummersbacher Fußgängerzone späht durch die Glastür nach draußen. „Die Stadt müsste jetzt voll sein!“ Aber das ist sie nicht an diesem sonnigen Samstagmittag. Passanten eilen zielstrebig vorbei, statt gemütlich durch die Stadt zu bummeln, viele sind es nicht. „Auch die Parkhäuser sind leer“, stellt Franken fest. Dabei ist es Tag Eins der wiedergewonnenen Freiheit im Einzelhandel. Außer der Maskenpflicht gibt es keine Einschränkungen mehr.

„Ausgerechnet jetzt wird geöffnet, wo die Infektionszahlen so hoch sind wie nie zuvor“, wundert sich die Inhaberin des Damenmodegeschäfts. „In den vergangenen Tagen habe ich immer wieder von Kundinnen gehört, dass sie nicht mehr kommen wollen, solange alle, auch Ungeimpfte, wieder ungehindert Zutritt zum Laden hätten.“ Und sie selbst? „Zwiegespalten.“ Mit G2 sei der Umsatz rapide heruntergegangen. Insofern sei es gut, wieder alle bedienen zu können. „Aber wer weiß, ob wir in ein paar Wochen nicht wieder schließen müssen? Ich hoffe sehr, dass ich damit Unrecht habe!“

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Herrenausstatter Torsten Müller ist froh, dass ihm der Blick in Impfpass und Ausweis nun erspart bleibt.

Nebenan im neuen Geschäft „Home & Event Dekoration“ freut sich Alwina Nadeins nach der Durststrecke „auf deutlich mehr Kunden“. Außer den Dekoartikeln bietet sie an, große Feiern rundum auszustatten. Gerade kämen die ersten zaghaften Anfragen für Hochzeitsfeiern im Sommer, „aber die Leute sind vorsichtig. Wir bieten an, uns anzupassen, falls es doch wieder zu Einschränkungen kommt.“

Uwe Gothow, Geschäftsführer des Gummersbacher City-Managements, findet die bisherigen Regeln wichtig, „aber jetzt macht es Sinn, sie für ein befreites Einkaufen wieder aufzuheben“. Derweil ist die Kassiererin in der Filiale einer Bekleidungskette vor allem erleichtert, dass sie nicht mehr zwischen Kasse und Eingangskontrolle hin- und herlaufen muss. Und auch Torsten Müller ist froh, dass ihm der Blick in Impfpass und Ausweis samt Unmut mancher Kunden erspart bleibt. Auf „gefühlt ein Drittel des Umsatzes“ habe er durch 2G in seinem Herrenbekleidungsgeschäft verzichten müssen, dazu die Einbußen, weil die Jogginghose im Homeoffice dem schicken neuen Anzug für Geschäftsessen, Messen, Hochzeiten den Rang abgelaufen hatte. „Wir sind dank treuer Kunden mit einem blauen Auge davon gekommen. Jetzt bin ich einfach happy! Alle sehnen sich nach Normalität.“ Angst vor Ansteckung habe er nicht – „immerhin bin ich jetzt zwei Jahre lang verschont geblieben.“

Einigen geht die Öffnung zu schnell

Das sieht der Wiehler Wolfgang Seitz ganz anders. Als Kaufmann habe er die Umsatzeinbuße in seinem Schuhgeschäft deutlich gespürt, aber die Öffnung jetzt gehe ihm viel zu schnell. „Natürlich lassen wir jeden mit FFP2-Maske rein, aber zum Schutz des Personals hätten wir nichts dagegen, wenn es bei den Beschränkungen bliebe.“ Andrea Hahne-Naumann, die mitten in der Pandemie den „Spielzeugladen“ in Bergneustadt eröffnet hat, hofft, dass sich ihr Mut nach ausgefallenem Weihnachtsgeschäft, abgesagten Kindergeburtstagen und 2G-Einschränkungen endlich lohnt. Als ein Testzentrum in das leerstehende Ladenlokal einziehen sollte, in dessen Schaufenster sie bis dahin Schulranzen ausstellte, „da hieß es: Friss oder stirb“, erzählt sie.

„Noch verhalten“ nennt sie den Samstag. Dabei sei der Schrank voll mit coolen neuen Spielen, Tonis und Geburtstagskisten. „Wir haben sehr viel neue Ware eingekauft, um alle glücklich zu machen. Jetzt treten wir die Flucht nach vorn an!“