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„Dann komme ich zurück nach Mechernich“

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1998 schockte Heinrich Schaper als damaliger hauptamtlicher Bürgermeister die Mechernicher CDU, als er aus privaten Gründen nicht kandidierte. Jetzt schockt er sie erneut, überlegt er doch, 2004 fürs dortige Bürgermeisteramt zu kandidieren.

MECHERNICH. Der Ärger über die geplatzte Bürgermeisterkandidatur in Wedel sitzt tief. Heinrich Schaper, Ex-Bürgermeister von Mechernich, glaubt auch zu wissen, wem er den überraschenden Rückzieher der Wedeler CDU zu verdanken hat. Die hatte ihn Mitte November auf ihren Kandidatenschild fürs Bürgermeisteramt in der Elbe-Stadt gehoben, ihn aber nach Negativ-Schlagzeilen in der örtlichen Presse fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel. Schaper: „Dabei hätte das geklappt.“

Der Mann aus Pohle hat die Faxen jetzt dicke und ist nicht länger gewillt, sich seine beruflichen Perspektiven kaputt machen zu lassen. Darum schaltete er zunächst mal einen Hamburger Medienanwalt ein, erstattete Strafanzeige und reichte zwei Schadenersatzklagen ein. Denn: „Was hier behauptet wurde, stimmt einfach nicht.“ Aus seiner Mechernicher Zeit, so der 54-Jährige, sei einiges nach Wedel „transportiert“ worden, was einfach falsch sei.

„Bewusst lancierte Verleumdungen und Falschinformationen“, etwa über ein Grundstücksgeschäft in Mechernich, hätten ihm 1999 schon mal eine sichere Bürgermeisterwahl in Petershagen kaputt gemacht. Dabei habe er eine absolut weiße Weste.

„Ich liebe die

Stadt Mechernich“

Schaper: „So wird die Person Schaper totgemacht. Es kann nicht angehen, dass auf diese Weise einer Person für die Zukunft jegliche Berufschancen genommen werden.“ Und mit der ihm eigenen Hemdsärmeligkeit, die er sich auch selbst attestiert, gibt es für ihn nur eine logische Konsequenz: „Dann muss ich wieder nach Mechernich kommen. Mir bleibt ja gar nichts anderes übrig, als dort zu kandidieren.“

Diese Ankündigung will er keineswegs als Drohgebärde verstanden wissen. „Ich habe in den drei Jahren viel für diese Stadt bewirkt. Ich bin erhobenen Hauptes weggegangen. Nichts ist beanstandet worden. Und ich liebe die Stadt.“ Klar ist für ihn, dass die Mechernicher CDU mit dem derzeitigen Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick einen Kandidaten hat. An die CDU denkt er auch gar nicht. „Ich brauche ja nur ein paar 100 Unterschriften, dann kann ich als Einzelkandidat antreten.“ Und sein erstes Wahlkampfargument hat er auch schon parat: „Wenn ich in Mechernich Bürgermeister werde, sparen die Mechernicher ihren Anteil an meiner Pension.“ Den muss die Stadt seit Schapers Weggang zahlen, da er danach keine Beschäftigung in einer öffentlichen Verwaltung mehr fand.

Doch er habe noch mehr „Pfunde“, die er zu Gunsten der Stadt Mechernich einbringen könne. Mit „C & S Schaper Consulting & Support“ habe er sich beruflich selbständig gemacht. Als Partner für Städte und Gemeinden helfe er diesen bei der Neukonzeption von Gewerbegebieten und Wirtschaftsstandorten, erstelle Bauleitplanungen und akquiriere Gewerbebetriebe, vom Discounter bis zum Möbelhaus. Dadurch habe er Verbindungen zu einem guten Dutzend Unternehmen, von denen auch Mechernich profitieren könne.

Bürgermeister Dr. Hans Peter Schick (CDU), Schapers Nachfolger in Mechernich, blieb gestern bei dieser Nachricht erst die Spucke weg, dann lachte er schallend: „Ich lach mich schibbelig. Sie wollen mich wohl veräppeln?“ Als er hörte, dass Schaper wirklich über eine Kandidatur nachdenke, sagte er: „Er ist herzlich willkommen. Vielleicht sucht die UWV ja noch einen Kandidaten.“ (Erneuter Lachanfall). Und, dann ernst: „Wenn Herr Schaper seine Mechernicher Pfunde nennt, dann sollte er sich mal anschauen, was sich in der Stadt getan hat, seitdem er weg ist.“