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Das Ende der Brikettfabrik Hubertus

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RHEIN-ERFT-KREIS. Der Knall war ohrenbetäubend und in weitem Umkreis zu hören. Am Samstag, 15. Februar 1964, mittags um 12.30 Uhr, explodierte übertrockener Kohlenstaub in der Brikettfabrik „Hubertus“. Im Trocknerhaus der Fabrik flogen die Fenster samt Rahmen auf den Betriebshof, alle Verschlüsse der Tellertrockner sprangen auf und verbogen sich.

Zehn Männer wurden verletzt, zwei von ihnen starben später im Krankenhaus. Sie hatten schwere Verbrennungen erlitten. Einer der getöteten Arbeiter, Peter Balkhausen aus Brüggen, wurde damals zum dritten Mal Opfer einer Kohlenstaubexplosion in „Hubertus“. Diesmal überlebte er nicht.

Explosion bedeutete

das Aus für die Fabrik

Die Explosion war das Ende für die Brikettfabrik. Rheinbraun gab schon wenige Tage nach dem Ereignis die Stilllegung der Fabrik bekannt, die 1908 gebaut worden war und mit ihren drei Schornsteinen jahrelang das Ortsbild von Brüggen geprägt hatte. Die Fabrik war die älteste im Südrevier. Sie bezog vor der Explosion bereits Kohle aus anderen Kohlefeldern, außerdem rückte der Tagebau immer näher an sie heran, so dass man sie in absehbarer Zeit ohnehin irgendwann hätte abreißen müssen.

Die Kohlenstaubexplosion von 1964 war die bereits dritte in der Geschichte der Fabrik. 1928 starben acht Menschen, 25 wurden verletzt. 1942 gab es eine weitere Verpuffung im Trocknerhaus mit fünf Verletzten. Heute erinnern in Brüggen nur noch alte Arbeiterhäuser und einige andere Gebäude an die verschwundene Fabrik. Auf der ehemaligen Betriebsfläche stehen jetzt Wohnhäuser und Geschäfte.

Die Geschichte der Brikettfabrik „Hubertus“ beschreiben die Autoren Manfred Coenen und Volker Schüler in ihrem neuen Buch „Die rheinischen Brikettfabriken Hubertus und Concordia in Brüggen, Kierdorf und Liblar - 1908 bis 1964“. Sie stellten es kürzlich im Kerpener Haus für Kunst und Geschichte vor.

Das über 100 Seiten dicke Buch enthält zahlreiche Fotografien und viele Informationen über die Geschichte der Brikettfabriken, und der Menschen, die in ihnen arbeiteten. Die beginnende Umstrukturierung der Energieindustrie in den sechziger Jahren, so die Autoren, läuteten das Ende der alten Brikettfabriken ein.

Im Haus für Kunst und Geschichte in Kerpen steht das detailgetreue Modell der Brikettfabrik Hubertus, das Coenen gebaut und der Kerpener Modelleisenbahn-Gesellschaft für ihre Anlage überlassen hat.