Es ist das Ende einer Männerfreundschaft - Juwelier Matthias Quetting, Bauunternehmer Manfred Schulz und Firmenchef Manfred S. Über Jahren waren sie wie Brüder zueinander, verbrachten ihren Urlaub zusammen im mondänen Cala d Or auf Mallorca, machten das eine oder andere Geschäft miteinander und verstanden sich auch privat bestens. Mittlerweile haben sich die ehemaligen Freunde nichts mehr zu sagen. Quetting sitzt wegen Mordes im Gefängnis, Schulz ist seit vier Jahren spurlos verschwunden, und auch Manfred S. ist jetzt in Untersuchungshaft (wir berichteten).
Mit seiner Verhaftung erhält der fast vergessene Mordfall am Eisstadion im Sommer 1999 neue Brisanz. Wie berichtet, erhielt der Kölner Juwelier Quetting eine lebenslange Haftstrafe - er wurde des Mordes an der Laborleiterin Verena Ritzinger überführt. Doch nun wittert der mittlerweile 70-jährige Quetting in der JVA Rheinbach wieder eine Chance. Denn sein ehemaliger Freund Manfred S., der im Prozess um den Eisstadion-Mord als Hauptbelastungszeuge auftrat, gilt nicht mehr als glaubwürdig. Für Quettings Anwalt Ulrich Rimmel der Anlass, eine Wiederaufnahme des spektakulären Prozesses anzustreben.
S. hatte vor Gericht behauptet, dass Männi Quetting ihm einen sechsstelligen Betrag geschuldet habe. Kurze Zeit nach den tödlichen Schüssen auf die Laborantin Verena Ritzinger und dem Verschwinden ihres Freundes Manfred Schulz sei Quetting bei ihm zu Hause aufgetaucht und habe ihm einen Großteil des Geldes wiedergegeben. Das Schwurgericht wertete diese Aussage neben anderen belastenden Indizien als Beleg, dass der Juwelier sich den Geldkoffer von Verena Ritzinger angeeignet hatte. Quetting bestreitet bis heute, dass er die tödlichen Schüsse auf die damals 37-Jährige abgegeben hat.
Ob der Mordfall neu aufgerollt wird, entscheidet der Bundesgerichtshof. Einen entsprechenden Antrag hat Anwalt Rimmel noch nicht verfasst. Dafür sei es noch zu früh, erst muss ich Akteneinsicht bekommen. Grundsätzlich gehe es aber darum, dass mein Mandant eine geringere Strafe bekommt.
Unternehmer Manfred S. sitzt wegen Verdachts der Steuerhinterziehung und Bestechung in U-Haft. Die beschlagnahmten Waffen aus seiner Rösrather Wohnung werden vom Landeskriminalamt geprüft. Ermittler durchsuchten zwei Amtsräume bei der städtischen Gebäudewirtschaft in Köln und beschlagnahmten Akten. Über die Ergebnisse der Razzia schweigen sich die Fahnder aus. Nur soviel: Ein Mitarbeiter steht unter Korruptionsverdacht, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Zu hören war, es gebe einen deutlichen Zusammenhang zwischen den Geschäften von Manfred S. und Aufträgen, die der städtischen Bedienstete vergab.