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„Das hört man im ganzen Haus“

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Stefan Spinnen, Pressesprecher der Brandschutzdienststelle Kerpen und seit 28 Jahren aktiver Feuerwehrmann, sprach anlässlich des heutigen Brandschutztages mit Tim Schaer über Rauchmelder.

Herr Spinnen, auf welche Kriterien und Prüfsiegel sollte man beim Kauf eines Rauchmelders achten?

Es gibt TÜV und CE geprüfte Melder. Teilweise gibt es auch noch Empfehlungen des Verbandes der Sachversicherer. Wenn diese Siegel vorhanden sind, entspricht der Rauchmelder den allgemein gültigen Normen.

Wo im Haus sind Rauchmelder besonders wichtig?

Das kann man pauschal nicht sagen, es kommt auf das Haus an. Rauch steigt immer nach oben. Daher ist ein Rauchmelder an der höchsten Stelle des Hauses sinnvoll. Sehr wichtig sind Rauchmelder in Räumen, in denen man sich nicht durchgehend aufhält, mit elektronischen Geräten, wie zum Beispiel einem Gefrierschrank oder einer Waschmaschine. Wenn es dort zu einem Kurzschluss kommt, ist man rechtzeitig gewarnt. Auch im Kinderzimmer ist ein Rauchmelder gut angebracht. Besonders wenn die Kinder in dem Alter der „Probierphase“ sind.

In größeren Häusern sind die Zimmer oftmals über mehrere Etagen getrennt. Was ist, wenn man den Rauchmelder in der Waschküche nicht hört?

Man hört das Piepen des Rauchmelders im ganzen Haus. Die Lautstärke ist gewaltig. Es gibt aber auch die Möglichkeit einer Vernetzung. Manche Rauchmelder sind über Kabel oder Funk verbunden, so dass die anderen Rauchmelder im Falle eines Feuers ebenfalls auslösen. Das sind jedoch dann spezielle Rauchmelder. Die einfachen Geräte haben diese Funktion nicht.

Nur 29 Prozent der deutschen Haushalte sind mit Rauchmeldern ausgestattet. Liegt es daran, dass manche denken „Die Hitze weckt mich früh genug.“ oder „Wenn man vorsichtig ist, brennt nichts an.“?

Das sind Trugschlüsse! Oftmals ist es dann schon zu spät. Einen Kurzschluss kann man nicht ausschließen! Nehmen wir zum Beispiel ein Weihnachtsgesteck. Vier Wochen lang nicht gegossen, brennt es innerhalb kürzester Zeit lichterloh. Dieses Feuer kann auf Teppiche, Möbel oder Gardinen überspringen, und so kann ein Zimmer innerhalb von zwei Minuten komplett in Flammen stehen.

Wie steigen durch Rauchmelder die Chancen, ein Feuer rechtzeitig zu löschen, bevor das ganze Haus abbrennt?

Je früher ein Feuer gemeldet wird, desto schneller kann es gelöscht werden. Ohne Rauchmelder kann ein Zimmer unbemerkt komplett in Flammen aufgehen. Ist man nicht in dem Raum, bemerkt man einen Brand erst, wenn dichter Rauch aus dem Zimmer kommt. Mit Rauchmeldern ist man oft selbst in der Lage, das Feuer noch zu löschen, da sie schon bei dem kleinsten bisschen Rauch auslösen. Man wird frühzeitig gewarnt.

In sieben Bundesländern sind Rauchmelder Pflicht. Wäre das auch in NRW ratsam?

Definitiv! Befürworten würde ich es auf jeden Fall. Denn Rauchmelder retten Leben! Diese Pflicht gesetzlich umzusetzen, ist jedoch Aufgabe der Politik.

Wie und wo können sich Bürger genauer über Brandschutz und Rauchmelder informieren?

Rauchmelder sind bei uns 365 Tage im Jahr ein Thema. Wir bieten Beratungen in verschiedensten Arten an. Es besteht die Möglichkeit, dass wir vor Ort die Bürger über Rauchmelder beraten. Zusätzlich haben wir Infoveranstaltungen wie zum Beispiel den Tag der offenen Tür oder gehen für die Brandschutzfrüherziehung in Kindergärten. Dort informieren wir die Kinder über Rauchmelder, wie sie sich bemerkbar machen, und was zu tun ist, wenn Feuer ausbricht. Wer sich informieren will, kann sich persönlich bei uns melden oder zusätzlich im Rathaus und auf der Feuerwache Infomaterial abholen.

www.rauchmelder.de