Im Hort an der Derkumer Straße klackert die Murmelbahn ununterbrochen. Im PC-Raum ist jeder Platz besetzt. Einige toben im Turnzimmer. Nur der Blaue Salon, sonst beliebter Rückzugsort zum Entspannen nach dem Unterricht, ist an diesem Tag leer. Es gibt ja auch noch keinen Stress - die Schule fängt erst Montag wieder an. Ich freu mich aber drauf, weil ich dann wieder was lernen kann. Rechnen!, stellt Alexander beim Frühstück im Hort klar. Sechs Wochen ohne Unterricht, das reicht, finden auch die anderen aus der Gruppe mit insgesamt 24 Kindern, die sich in den letzten Ferienwochen die viele freie Zeit im Hort vertrieben haben.
Viele können es kaum erwarten, (wieder) in die Schule zu gehen. Ich hab schon neue Sachen und eine Sporttasche, erzählt eines der i-Dötzchen. Kevin ist stolz auf seine Schultüte. Und Hortsprecher Jan ist ein wenig aufgeregt: Ich komme aufs Gymnasium. Da kenne ich noch keinen. Gelani aus der ersten Klasse verrät, was ihm an der Schule am besten gefällt: Das Schönste ist die Pause. Dann können wir uns viel erzählen.
Ravi freut sich auf eine Party: Wir feiern am ersten Schultag Abschied von denen aus der Vierten, freut sich Ravi. Dann gehen wir in die Turnhalle und singen wieder. Katharina aus der Dritten war in den Ferien nie langweilig. Dann bin ich ja im Hort. Sie bedauert allerdings, dass nicht noch öfter Ausflüge stattfanden, weil Steffi keine Überstunden machen darf. Kita-Leiterin Natalja Jaxen erläutert das Dilemma, das nicht nur in den Ferien besteht: Steffi ist eine Mitarbeiterin mit begrenzter Stundenzahl. Da wird die Zeit knapp für solche Unternehmungen. Besorgt blickt sie aufs neue Schuljahr: Jetzt starten die ersten Offenen Ganztagsgrundschulen, in denen die Horte bis 2007 aufgehen sollen. Ich habe große Zweifel, dass die Grundschulen das auffangen können. Wir kommen hier mit anderthalb Kräften schon ins Schleudern. Wie soll das mit einer halben Stelle in der Grundschule gehen?