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Das Silentium soll Gemünd erhalten bleiben

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GEMÜND. „Ist das Silentium denn noch auf?“, wollten in jüngster Zeit viele von Pächter Bernd Hövel wissen. Im Zuge der Umgestaltung der Dreiborner Straße ist vorgesehen, dass das Gebäude, in dem sich die Schuhvitrine und das Silentium befinden, abgerissen wird. Die dahinter befindliche alte Schule wird wieder freigelegt. Wie dieses Gebäude letztendlich genutzt wird, ist noch offen.

Weil die Erbengemeinschaft Scheidtweiler das Gebäude der Stadt Schleiden verkaufte, kann diese ihre Planungen in Gemünd verwirklichen. Im Schleidener Rathaus trafen sich Wolfgang Scheidtweiler, Werner Winkler, Chef von Scheidtweilers Gemünder Brauerei, Bürgermeister Christoph Lorbach und Bauamtschef Horst Kirfel. Sie machten klar, dass sie zusammen mit Bernd Hövel dafür sorgen wollen, dass das Silentium Gemünd erhalten bleibt. Der Vertrag mit dem Betreiber der Schuhvitirine läuft zum Jahreswechsel aus. Der Zeitrahmen für die Umgestaltung es Gebäudekomplexes sieht folgendermaßen aus: Nach Karneval 2004 wird er komplett geräumt. „Bis Aschermittwoch nächsten Jahres hat das Silentium also sowieso noch auf“, erklärte Wolfgang Scheidtweiler. „Alle, die es lieben, sollten diese Zeit also nutzen.“

Aber auch danach soll es mit der Diskothek weitergehen. Nach Karneval wird der direkt an der Dreiborner Straße liegende Gebäudeteil abgerissen und die dahinter befindliche alte Schule freigelegt. Es folgt die Sanierung der historischen Bauteile und bis Frühjahr 2005 soll der alte Schulhof umgestaltet sein.

Mit Bernd Hövel wurden schon mehrere Gespräche geführt. „Es wäre schade, wenn die Institution Silentium aus Gemünd verschwinden würde“, meinen Wolfgang Scheidtweiler und Werner Winkler und finden darin uneingeschränkte Unterstützung der Stadt, die den Jugendlichen weiterhin die Möglichkeit eröffnen will, in Gemünds Innenstadt die von Bernd „Bogell“ Hövel geführte Disco zu besuchen. Scheidtweiler und Winkler bescheinigen Bernd Hövel einen reibungslosen Betrieb des Silentiums. Noch vor drei Jahren stimmten sie deshalb zu, dass aus brandschutztechnischen Erfordernissen für rund 100 000 Mark ein neuer Notausgang zur Dreiborner Straße hin gebaut wurde.

Nun wird überlegt, ob das Silentium im Gewölbekeller der alten Schule etabliert werden kann. Die Fundamente wurden schon freigelegt. Ob das Projekt realisiert werden kann, sollen weitere Untersuchungen zeigen. Sollte dies nicht durchzuführen sein, soll nach anderen Möglichkeiten Ausschau gehalten werden, damit die Diskothek auch weiter fußläufig in Gemünds Innenstadt zu erreichen sein wird.

Ein erster Vorentwurf für die alte Schule sieht auf der linken Seite - von der Fußgängerzone aus gesehen - einen gastronomischen Betrieb vor. Der rechte Bereich soll für Ausstellungen, ein Künstlerforum oder ähnliches genutzt werden. Für weitere Anregungen ist Bauamtschef Horst Kirfel offen.

So stellte ihm vor einigen Tagen der Gemünder Architekt Michael Rick seine Diplomarbeit vor. Schon vor zehn Jahren hatte er einen Plan entwickelt, der den Abriss des Gebäudeteils vor der alten Schule vorsah. Der alte Schulhof wurde umgestaltet und die alte Schule mit ihrer historischer Fassade freigelegt. Die zehn Jahre alten Pläne von Michael Rick entsprechen - manchmal bis ins Detail - dem Entwurf der Stadt.

Bürgermeister Christoph Lorbach zum Zeitplan: Für Mai oder Juni wird der Bewilligungsbescheid für die Umgestaltung Gemünds erwartet. Der Rat wird am 17. Juli die Aufträge vergeben. In der ersten Augusthälfte beginnt der Ausbau von der Rundschau bis zur Sparkasse und von der Westseite des Marienplatzes Richtung Malsbenden. Die Maßnahme soll am 15. November abgeschlossen sein. In 2004 folgt der restliche Teil der Dreiborner Straße bis Textilhaus Ose samt Passage zum Eifel-Ardennen-Platz und des restlichen Teils des Marienplatzes.