BLEIBUIR. Bis sich die vielen Besucher am Freitagabend in der alten Dorfschule in Bleibuir sortiert hatten, verging fast eine halbe Stunde. Mit einem solchen Andrang hatten die Veranstalter nicht gerechnet. Zuerst standen nur 40 Stühle im Raum, hinterher waren es fast doppelt so viele. Dennoch verfolgten etliche der rund 120 Gäste die Ausstellungseröffnung im Stehen.
So mancher Gast drehte sogar im Eingangsbereich aufgrund der Fülle von Besuchern auf dem Absatz wieder um und erklärte: Ich komme wieder, wenn es hier etwas leerer ist. Schon mehrfach hatte der Förderverein Maler der Eifel in der Vergangenheit für Aufsehen gesorgt, nun ist ihm wieder ein großes Ding gelungen. In äußerst kurzer Zeit stellte der erste Vorsitzende des Malervereins, Dieter Schröder, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Fördervereins der alten Schule Bleibuir eine so noch nie dagewesene Ausstellung zusammen.
Anlass gab der 130. Geburtstag des Eifelmalers Josef Dederichs, ein gebürtiger Bleibuirer. In Zusammenarbeit mit der Großnichte des verstorbenen Eifelmalers, Ria Schoeller, begannen die intensiven Recherchearbeiten für die Initiatoren vor zwölf Wochen. Wir sind ohne viel zu lamentieren gleich in die Arbeit eingestiegen, erzählte Dieter Schröder. Die Ausgangsbasis war recht dünn. Eine Kopie der Geburtsurkunde von Josef Dederichs lag vor. Mehrere Artikel, darunter Der vergessene Maler, ein Jahrbuchartikel aus dem Jahre 1989 von Rundschau-Redakteur Bernd Kehren über Josef Dederichs, halfen dabei, Werke aufzuspüren.
Ein Werk mit ausgezeichneter Lichtführung, welches den Titel Kirche innen mit Gläubigen trägt, wurde sogar von einem Dederichs-Fan aus Frankfurt beim Internet-Auktionshaus ebay ersteigert. Welcher Kirchenraum auf diesem Ölgemälde dargestellt ist, konnte bisher noch nicht herausgefunden werden.
Dieter Schröder bemerkte: Wir wussten nur von einem knappen Dutzend Kunstwerken, die in Bleibuir und den Nachbarorten vorhanden waren. Auf 30 bis 40 Gemälde habe ich in meinem Optimismus gehofft. Dass dann 58 Werke zusammenkamen, übertraf jede Erwartung. Zum Beispiel aus Bremen, Bochum, Bonn, Hainstadt, Hellenthal und Lüneburg wurden die Kunstwerke nach Bleibuir geschafft.
Der vergessene Maler ist auferstanden, rechtzeitig zu seinem 130. Geburtstag, vermeldete Schröder am Schluss seiner Rede nicht ohne Stolz. Klaus-Peter Hoß begrüßte die Veranstaltung, die zu den Lesungen in der alten Schule nun eine willkommene Programmerweiterung bildet. Mechernicher Politiker, darunter Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, Johannes Ley, Hans Schmitz, Wulf-Dietrich Simon, Peter von Wilcken, Peter Paul von Mayerhofen und Eckard Böhlke unterstützen die Aktion. Musikalisch umrahmten Peter-Lorenz Könen (Waldhorn) und Thomas Schwind (E-Piano) die Vernissage.
Noch bis zum Sonntag, 2. Februar, ist die Ausstellung geöffnet. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr.