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Dem Baulemann auf der Spur

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WIPPERFÜRTH. Seit vielen Jahrzehnten gibt es den nie ganz ernst gemeinten Zwist und das Konkurrenzdenken zwischen den beiden Nachbarstädten Wipperfürth und Hückeswagen. Und seit Jahrzehnten nennen vor allem die Hückeswagener die Bürger aus Wipperfürth „Baulemänner“. Doch woher kommt dieser Ausdruck eigentlich? „Wenn mich Leute anrufen, dann ist genau das die mir am häufigsten gestellte Frage“, erklärt Erich Kahl, der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Wipperfürth.

„Mit dem Begriff ,Baulemann verbindet jeder wohl etwas anderes. Das Wichtigste ist, worauf sich als kleinsten gemeinsamen Nenner wohl alle einigen können: Ein Baulemann stammt aus Wipperfürth, oder er lebt so lange dort, dass er irgendwann dazu gehört“, so Kahl. In der nächsten Ausgabe der Wipperfürther Vierteljahresblätter des Heimat- und Geschichtsvereins soll dieses Thema aufgegriffen werden.

Glaubt man den Historikern, so geht der Ausdruck zurück auf den Wipperfürther Hansekaufmann Henneke Bolemann, der als bevollmächtigter Vertreter einer gewissen Druda von Engelsvelde, heute würde man sagen als ihr Anwalt, in den Akten der Stadt Lübeck erwähnt wird. Näheres zu diesem Thema ist zu erfahren in einem 2004 von Werner Breuer bearbeiteten Arbeit mit dem Titel „Hansekaufleute aus Wipperfürth“. Darin heißt es: „Der Eintrag im Niederstadtbuch der Stadt Lübeck vom 14. August 1446 erfolgte vor allem im Interesse eines Lübecker Bürgers namens Hinrik, der damit vor weiteren Ansprüchen der Erben geschützt war.“

Ist ein Baulemann zwangsläufig männlich? Die Antwort lautet ganz klar „Nein“, denn in verschiedenen Internetforen schreiben auch Wipperfürther Frauen von sich „ich bin ein echter Baulemann“.

Er - oder natürlich sie - ist heimatverbunden und volkstümlich, hat Humor und eine gewisse Art von Mutterwitz, ist gesellig und vielleicht auch ein wenig verschroben, bisweilen sogar stur, und ist geübt in der bergischen Mundart, im „Wipperfürther Platt“.

Offenbar wird der Begriff „Baulemann“ von den Wipperfürthern selbst selten bis nie als abwertend empfunden, und von Auswärtigen auch in den seltensten Fällen so benutzt. Im Gegenteil: geht es um Fußball oder Handball, ist in der Sportberichterstattung der bergischen Presselandschaft eher respektvoll-locker von den „Baulemännern aus Wipperfürth“ die Rede.

Wie muss man sich einen waschechten Baulemann vorstellen? Ein wenig Hilfestellung gibt ein Lied, dass Rolf Kissler im Jahre 1965 textete. Der Text steht im Internet auf den Seiten des Heimat- und Geschichtsvereins Wipperfürth. Rolf Kissler nennt viele einst in Wipperfürth geläufige Namen von Leuten, die als waschechte Originale auch heute als wahre Baulemänner gelten dürfen: der ehemalige Schrotthändler Josef Schmitz „Napoleon“ etwa, oder Gretchen Vollbach, Trautchen Höller, und natürlich Fritz Hamel, besser bekannt als Fritz „Putscher“; der Wipperfürther Steinmetz Hans-Joachim Bergmann hat jüngst ein Putscher-Denkmal angefertigt.

Schon damals, vor 45 Jahren, beklagte der Liedschreiber den Verfall des Wipperfürther Platt und die Verwässerung mit dem Kölschen und dem Hochdeutschen in der gesprochenen Alltagssprache Wipperfürths. „Dröm kallt doch dat ahle Platt, sei nech ,Bitte , sei ruhig „Watt“, sei nech „Schwätzer“, sei doch „Strunzbühl“, sei ock nech „Gestatten Sie“, sei doch „Lok mek ens vorbie!“, heißt es in dem Lied.