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Demografischer WandelKindergarten-Sterben geht weiter

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Das Kindergarten-Sterben geht weiter. (Bild: mag)

HOUVERATH – Der demografische Wandel macht sich im Bad Münstereifeler Stadtgebiet schmerzlich bemerkbar. Wie berichtet, wird der städtische Kindergarten Rupperath im Sommer geschlossen. Hintergrund sind die rückläufigen Anmeldezahlen im Handweber-Dorf. Zuvor waren bereits die Einrichtungen in Eschweiler und Eicherscheid dicht gemacht worden.

„Wir kommen nicht umhin, Kindergärten zu schließen, denn wir haben in den nächsten Jahren bis zu 30 Prozent weniger Kinder zu betreuen als bisher“, erklärte Bürgermeister Alexander Büttner kürzlich.

Jetzt folgt die nächste Hiobsbotschaft: Die katholische Kindertageseinrichtung (Kita) in Houverath, die vor 50 Jahren eröffnete, schließt zum 31. Juli 2010. Das hat der Kirchenvorstand von St. Thomas jetzt „mit schmerzlichem Bedauern“ beschlossen.

In einer der Rundschau vorliegenden „öffentlichen Erklärung“ geht der Kirchenvorstand mit Pfarrer Thomas Bahne, Hermann-Josef Schulz und Hans Josef Nolden auf die Hintergründe ein. Die schwierige Entscheidung sei in Abstimmung mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat Köln getroffen worden. Die von der Schließung betroffenen Eltern und Erzieherinnen seien bereits informiert worden.

Doch warum wird die katholische Kita geschlossen? Dazu Pfarrer Thomas Bahne: „Seit Jahren ist unsere Kindertageseinrichtung nicht mehr voll belegt. Für das kommende Kindergartenjahr liegen nur noch 15 Anmeldungen vor.“

Bahne, der auch von einer „fehlenden Perspektive zur Sicherung der Einrichtung“ spricht, bedauerte, dass jetzt ein Angebot, das seit 50 Jahren in Houverath besteht, wegen der rückläufigen Geburtenzahlen entfällt.

Der Kindergarten St. Thomas bietet 25 Plätze an. Bei 15 Neuanmeldungen läge die Auslastung bei nur noch 60 Prozent. Bahne betonte, dass sich die Kirche trotz Unterbelegung und negativer Wirtschaftsbilanzen seit Jahren gegen die drohende Schließung gewehrt habe. So habe man im Sommer 2008 auch Kinder unter drei Jahren aufgenommen und Kindertagespflege angeboten. Es half alles nichts. Jetzt kommt das endgültige Aus.

Der Pfarrer kündigte an, er werde in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung versuchen, die betroffenen Kinder ab dem 1. August in ortsnahen Kindergartenplätzen der städtischen Einrichtungen in Effelsberg oder Houverath unterzubringen.

Uli Ley, Leiter des Amtes für Bildung, Soziales und Generationen, erklärte gestern auf Anfrage, die katholische Kirche habe bislang noch keinen Kontakt mit der Stadt aufgenommen. „Wir werden aber natürlich alles versuchen, die Houverather Kinder trotz unserer beschränkten Kapazitäten aufzunehmen.“

„Mit der Schließung der Einrichtung möchten wir den Weg frei machen, die kommunalen Kitas in Houverath (zweigruppig) und Effelsberg (eingruppig) zu sichern“, ließ der Kirchenvorstand St. Thomas wissen. Und er wird noch deutlicher: „In der Gewissheit, dass im Bereich Houverath / Effelsberg ausreichend Kindergartenplätze verbleiben, um die 15 Kinder aufzunehmen, haben wir schweren Herzens unsere Entscheidung getroffen.“

Doch ganz so einfach ist es nicht: Nach Rundschau-Informationen hat die städtische Kita in Houverath kaum noch Kapazitäten. Dort ist wohl nur noch Platz für zwei oder drei Kinder. In Effelsberg gibt es nach den vorläufigen Anmeldezahlen im Sommer noch sechs freie Plätze. Für sechs bis sieben Kinder müsste dann aber noch ein Kindergartenplatz gefunden werden...

Es ist aber nicht nur die Unterbelegung, die zur Schließung der Kita führt. Laut Pfarrer Bahne hat das Kreisjugendamt die Genehmigung einer Betreuung von Kindern unter drei Jahren für das Kindergartenjahr 2010 / 11 an eine Baumaßnahme geknüpft. „Da die bis zum 31. Juli beendet sein muss, bleibt dem Kirchenvorstand keine andere Wahl, als die Einrichtung zu schließen. Für die Baumaßnahme hätten wir fast zwei Jahre gebraucht. Das lässt sich nicht in einem halben Jahr realisieren.“

Bahne bietet derweil an, auch „einzelne Kinder“ in der katholischen Kita in Bad Münstereifel aufzunehmen. Doch dieses Angebot dürfte wohl bei den Eltern auf wenig Gegenliebe stoßen, denn: Der Weg von Houverath in die Kurstadt ist den meisten wohl zu weit.