Abo

Der Storch im Dauereinsatz

3 min

BERGISCH GLADBACH. Im alten deutschen Volksglauben bringt der Storch die Babys und gilt somit als Zeichen der Fruchtbarkeit. Im Vorgarten der Familie van Elten ist seit fast 18 Jahren eine Plastikausgabe des schwarz-weiß gefiederten Vogels Stammgast. Der Grund: Das Ehepaar Monika und Günter van Elten hat gerade sein elftes Kind bekommen - die kleine Sophie.

Obwohl es Gerd (17), Vera (15), Martin (13), Judith (11), Robert (9), Johannes (8), Simon (6), Lea (5), Marie (3) und Paul (1) an Spielkameraden nicht gerade mangelt, freuen sich die Geschwister sehr über den neuen Familienzuwachs: „Meine Puppe“, sagt der kleine Paul immer wieder und streckt seine Arme nach Sophie aus. Und auch Marie ist ganz vernarrt in das Baby und streichelt der kleinen Schwester zärtlich über die Wange.

Während deutschlandweit die Zahl der Geburten rückläufig ist und kaum eine Familie mehr als zwei Kinder hat, zeigen die van Eltens, dass es auch anders geht. „Alles eine Sache der Organisation“, so die Eltern. „Wir haben das Glück, dass die Großen mittlerweile auf die Kleinen aufpassen können und das auch noch gerne machen“, erzählt Monika van Elten. So könnten sie auch mal alleine Essen gehen oder sich mit Freunden treffen. „Das Handy haben wir allerdings immer dabei“, sagt Vater Günter schmunzelnd.

Auch ihre Hobbys müssen nicht auf der Strecke bleiben: Während Monika van Elten regelmäßig schwimmen geht, widmet sich ihr Mann dem Joggen und hat auch schon so manchen Marathon überstanden. Dieses sportliche Hobby hat er sogar an seine Kinder vererbt: „Beim Gladbacher Stadtlauf nimmt mittlerweile die halbe Familie teil“, berichtet der Hauptschullehrer.

Wie sieht denn der Tagesablauf einer so großen Familie aus? „Um 5.30 Uhr steht Günter auf und macht das Frühstück, und um halb acht sind alle - bis auf Paul und Sophie - aus dem Haus. Dann kümmere ich mich um die täglich etwa sechs Wäscheladungen, putze und bereite das Essen vor“, erzählt Monika van Elten, die den Haushalt ohne jede fremde Hilfe bewältigt.

Ende

offen . . .

Nachmittags stehen Hausaufgaben, Fußball, Schwimmen und Tierversorgung auf dem Programm. Denn weil es ohne Tiere ja langweilig wäre, haben van Eltens auch noch zwei Katzen, Fische und Hühner, um die sich aber alleine die Kinder kümmern, wie Monika van Elten betont.

Ohne Regeln geht es in einem so großen Haushalt jedoch nicht. „Jeder muss mit anpacken, sonst würde es drunter und drüber gehen“, sagt Mutter Monika resolut. „Der eine deckt den Tisch, der andere räumt ihn ab und ein dritter macht die Krümel weg.“ Natürlich geht es auch manchmal rund bei den van Eltens. Zum Beispiel dann, wenn Lea Paul die Buntstifte wegnimmt oder Judith auf dem Roller fahren darf, obwohl Simon doch schon vorher gefragt hat. In Sachen Kinder-Krankheiten hatten die van Eltens bisher Glück: „Nur einmal hatten fünf Kinder gleichzeitig die Windpocken“, erinnert sich Monika van Elten.

„Natürlich muss man bei einer so großen Familie Abstriche machen“, sagt Vater van Elten. „Die Kosten sind schon enorm und der letzte Urlaub liegt zehn Jahre zurück.“ Und daran, dass ein Elternteil einmal krank wird, möchte er gar nicht denken. Dennoch kann der Plastikstorch im Garten vorerst nicht eingemottet werden. Auf die Frage, ob die Familienplanung abgeschlossen sei, lächeln beide und belassen es bei einem bedeutungsschwangeren: „Ende offen!“