BERGISCH GLADBACH / KÖLN. Ohne sein markantes geschminktes Clownsgesicht, Schiebermütze mit fussigen Haaren und ohne seinen bunten Schirm stand Gerd Rück (Ne Weltenbummler) am Montagabend auf der Bühne der Mülheimer Stadthalle. Der Jubel war gleichwohl riesig. Schließlich feiert der gefragte Büttenredner aus Bensberg in diesem Jahr sein goldenes Büttenjubiläum.
1958 ging der in Velbert geborene, langjährige Wahlkölner, der seit 25 Jahren in Bergisch Gladbach lebt, bei der Kölner Kajuja zum ersten Mal in die Bütt - als Ne Verdötschte. Nach Bundeswehrzeit und Lehramtsstudium entdeckte er die Weltenbummler-Type für sich, die ihn nicht nur im rheinischen Karneval, sondern via Fernsehsitzungen bald bundesweit bekannt machte.
Keine Frage, dass auch die Gladbacher Labbese am Montagabend bei der Benefizsitzung in Mülheim vorbeischauten. Schließlich hat Rück die Band nicht nur vor Jahren zum Vorstellabend der Kajuja nach Köln geholt, mehrere Labbese - von Bernd Kierdorf bis hin zu Frank und Norbert Wielpütz - haben auch bei Rück die Schulbank gedrückt. Denn im zivilen Leben war der Weltenbummler Lehrer an der Hauptschule am Gladbacher Ahornweg.
Labbese-Frontmann Norbert Wielpütz kann sich noch genau erinnern, wie er seinen ehemaligen Lehrer später erstmals zu den Labbesen in den Probenkeller einlud. Dass so ein bekannter Karnevalist unsere Musik hören wollte - das hatte keiner vorher glauben wollen.
Gemeinsam mit seinen ehemaligen Schülern griff der 69-Jährige am Montagabend zum Mikro und sang beim Labbese-Klassiker Stänezelt mit. Auch Dr. Lothar Speer von der Bergisch Gladbacher Stadtverwaltung, selbst ehemaliger Lehrer, gratulierte Rück. Von den Schlader Botze gab s zudem einen Orden. Die feiern nämlich auch in diesem Jahr ihr 50-Jähriges, erklärte Speer den Kölner Jecken im Saal. SEITE 33