EUSKIRCHEN / KÖLN. Eine Euskirchener Firma sorgt jetzt auf der Internationalen Möbelmesse (IMM) in Köln für Furore. Unter dem Titel Design und Natur vor den Toren Kölns präsentiert die in der Alten Tuchfabrik an der Josef-Ruhr-Straße ansässige Manufaktur Designermöbel.
Firmenchef ist der Kölner Kaufmann Tilman Paas, der 1998 das 20 000 Quadratmeter große Areal der Alten Tuchfabrik erwarb und es in den Folgejahren gründlich sanierte.
Eigens hierfür gründet er die Firma Maximum und stellte sich dafür ein 15-köpfiges Team zusammen. Das ehemalige Fabrikgelände wurde Zug um Zug in einen modernen Büro- und Unternehmensstandort umgestaltet.
Und schnell kam Paas auf die Idee, außergewöhnliche Möbelstücke zu entwerfen: Die Großzügigkeit der Räume der alten Fabrikanlage verlangt auch nach großen Möbeln. Wir denken und handeln dabei in großen Dimensionen, so der Selfmademan.
Der Wahl-Euskirchener hat zudem ein nicht gerade alltägliches Hobby, das er jetzt zum Beruf gemacht hat: Er fällt Bäume. Und dabei entwickelt er kreative Ideen. So hat er ein Sofa mit einer massiven Holzplatte aus eigener Produktion kombiniert und zusätzlich mit einer barocken Rückenlehne aufgepeppt. Heraus kam ein Unikat, das durchaus das Zeug zum Hingucker hat. Ein Baumstamm diente ihm als Fuß eines Stehtisches, der eine gläserne Platte hat.
Die Manufaktur fertigt inzwischen Regale, Schränke, Tische, Theken, Barhocker und Küchen nach eigenen Entwürfen - alles aus massivem Holz und groß dimensioniert. Auch vor Lampen macht Paas Kreativität nicht Halt. Aus alten Ackergeräten fertigte er einen überdimensionalen Kronleuchter mit zwei Metern Durchmesser. Er ziert auch den Stand der Alten Tuchfabrik in den Kölner Messehallen. Neben den eigenen Kreationen präsentiert die Euskirchener Firma auf der IMM auch Produkte von anderen Lifestyle-Firmen.
Wir sind froh und glücklich, dass wir Kreationen von Bretz-Möbel oder der italienischen Möbeldesignerfirma Edra vertreiben, freut sich Mitarbeiterin Maren Wittmann über die Zusammenarbeit mit den Nobelfirmen. Ein Highlight des Messestandes ist ein schwebendes Sofa. Die Mitarbeiter der Euskirchener Manufaktur haben die Edra-Couch auf eine gläserne Unterlage gestellt, die für das Auge des Betrachters nicht sichtbar ist. Das etwa 20 000 Euro teure Ausstellungsstück wurde aus einem Schaumstoff-Schlauch gefertigt.
Neben den monumentalen Möbeln gibt es in Köln-Deutz am Messestand der Tuchfabrik auch eine künstlerische Note: Der New Yorker Max Siebel ist dort als Action-Painter aktiv.
Nie aus den Augen verloren haben die Macher der Alten Tuchfabrik den Bezug zum Firmenstandort: Wir möchten für Euskirchen auch ein exklusives Aushängeschild sein. Neben der Möbelmanufaktur betreiben wir auch unsere Event-Hallen mit großem Erfolg. Bei größeren Veranstaltungen wie etwa der Wahl zum deutschen Caterer des Jahres arbeiten wir eng mit dem Parkhotel zusammen. Wir sehen uns dabei nicht als Konkurrenz für andere Firmen, sondern als exklusiver Ort für besondere Anlässe, erläutert Maren Wittmann die Firmenphilosophie.
Durch die außergewöhnliche Architektur und Ausstattung sowie die hochkarätigen Events hat es das Tuchfabrik-Team geschafft, sich einen exzellenten überregionalen Ruf zu erwerben.
So ist es nicht verwunderlich, dass auch die internationale Design- und Architekturpresse auf die Euskirchener aufmerksam wurde. Sogar auf das Titelbild einer renommierten spanischen Designerfachzeitschrift hat sie es bereits geschafft.
Auch den nächsten Schritt hat das Team um Tilman Paas bereits fest im Visier: Bis spätestens Frühjahr 2011 sollen in der Alten Tuchfabrik weitere Ausstellungs- und Verkaufsflächen fertig gestellt sein.
Am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag haben Interessierte noch die Gelegenheit, den Stand der Euskirchener Firma auf der Internationalen Möbelmesse in Köln-Deutz zu bewundern. Und zwar in der Zeit von 10 bis 19 Uhr in der Halle 3.2, Stand D 010. Die Tageskarte kostet 17 Euro.