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Deutsche KücheWie der „Falsche Hase“ auf den Teller kam

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Rhein-Erft – RHEIN-ERFT-KREIS - Es ist manchmal schon verwunderlich, wie bestimmte Ausdrücke entstehen. Etwa das Wort für jene populäre Riesenbulette, gefüllt mit hart gekochten Eiern, der man den Namen „Falscher Hase“ gab. Warum dieser einfache Hackbraten „Falscher Hase“ heißt, das wusste auch Gourmet-Koch Herbert Brockel vom Husarenquartier in Lechenich nicht ganz sicher zu sagen. Doch das Gespräch mit der Rundschau über die Historie dieser besonderen Speise hat Sternekoch Herbert Brockel so viel Spaß gemacht, dass er spontan entschied, den „Falschen Hasen“ in der Osterzeit in seinem Bistro mindestens einmal die Woche als Mittagsmenü anzubieten: mal herzhaft mit Paprika, mal klassisch mit Spargel und Salzkartoffeln.

Brockel vermutet, dass der „Falsche Hase“ in der Kriegs- und Nachkriegszeit in ärmeren Haushalten den traditionellen und oft teuren Sonntagsbraten ersetzt hat. „Früher, in meinem Ausbildungsbetrieb in der Eifel, hatte der „Falsche Hase“ noch einen festen Platz auf unserer Speisekarte“, erinnert sich Brockel noch gut. Und irgendwie findet es der 43-Jährige schade, dass der „Falsche Hase“ inzwischen von fast allen Speisekarten verschwunden ist.

Schon in seiner Ausbildung hat Brockel gelernt, in den Hasen, der kein richtiger ist, ein hart gekochtes Ei einzuarbeiten. „Wir haben früher immer gesagt, das ist das Herz des Hasen“, sagt er.

Vom „Dachhasen“ bis

zum „Etappenhasen“

Ganz andere Vermutungen um die Entstehung des „Falschen Hasen“ hat Renate Bräutigam vom Hotel und Restaurant Vorgebirgsblick in Merten. Denn auch Katzen wurden im und nach dem ersten Weltkrieg mitunter als „Falsche Hasen“ oder „Dachhasen“ bezeichnet, weiß sie. Abgezogen auf dem Küchenblech liegend, sollen sie nämlich einem abgezogenen Hasen täuschend ähnlich gesehen haben. Um beim Kauf eines echten Hasenbratens nicht übers Ohr gehauen zu werden, verlangten die Käufer, dass der Kopf des Hasen noch dran ist. „Denn einen falschen Hasen wollte keiner kaufen“, betont Renate Bräutigam und lächelt. . .

Auf einer wahren Begebenheit aus dem ersten Weltkrieg soll auch das Theaterstück „Der Etappenhase“ herrühren, wo Soldaten einen echten Hasen geschossen haben und ihn ihrem Major zubereitet servieren sollten. Doch sie servierten ihm eine gebratene Katze, den echten Hasenbraten verspeisten sie selber. Der Major hingegen aß, ohne es zu wissen, den „falschen“ Hasen.

Reine Vertrauenssache war es früher im Übrigen auch, Fleischklöße oder Hackbraten im Wirtshaus zu verspeisen, denn nur der Wirt selber wusste ganz genau, was er alles in den Fleischteig hinein gerührt hat. Demnach könnte der „Falsche Hase“ sogar ein Schimpfwort sein. „Doch das hat er wirklich nicht verdient“, sagen Renate Bräutigam und Herbert Brockel. Und für all jene, die jetzt so richtig Hunger bekommen haben, empfiehlt der Erftstädter Sternekoch, den „Falschen Hasen“ doch einfach einmal selber zu backen.