Wolfgang Heckner wird zwar als Prinz Wolfgang I. des Jahres 2004 in die Annalen des Karnevals eingehen, aber Sess- und Standhaftigkeit besitzt er wie ein Bauer. 1964 wurde er in Kalk geboren (im evangelischen Krankenhaus), aufgewachsen aber ist der Deutzer Jung in der Alarichstraße, und dort wohnt der 39-Jährige noch heute - dä!
Nach katholischer Grundschule Gotenring und Hauptschule Klapperhof absolvierte Heckner eine Lehre als Bauschlosser. Für ihn war früh klar, dass er selbstständig werden wollte - wie sein Vater Klaus Heckner, gelernter Bäcker und Konditor, heute Versicherungskaufmann. 1989 wurde Wolfgang Heckner beruflich denn auch sein eigener Herr, anfangs sehr provisorisch in einer Doppelgarage in Vingst, inzwischen in der Grünstraße zwischen Deutz und Mülheim, wo er zwölf Mitarbeiter im Metallbau beschäftigt. Im neuen Kaufhof-Parkhaus etwa stammt quasi alles, was dort aus Metall ist, von der Firma Heckner. Meine Arbeit, sagt er mit Überzeugung, ist mein Hobby.
1992 hatte Wolfgang I. geheiratet, 1999 wurde er Witwer. Lebensgefährtin Mechthild (42), die er aus Jugendzeiten kennt, bringt zwei eigene Kinder mit in die Gemeinschaft: Rebecca (13) und Marius (8), der sich von den Fastelovendswürden Seiner Tollität hat anstecken lassen: Er würde gerne Kinderprinz werden.
1974 war es, als sich der Tollität sein Vater (um diesen kölschen Genitiv zu gebrauchen), Klaus Heckner, mit Plätekopp-Perücke und rot-weißem Ringelhemd verkleidete, genau so wie seinen Sohn Wolfgang. Und schon war die Zwei-Mann-Truppe der Düxer Clowns geboren. Heute ist das ein Verein mit rund 80 Mitgliedern, und Klaus Heckner, langjähriger Chef, ist inzwischen Ehrenpräsident der Truppe, zu der längst auch Mutter Elli gehört.
1993 wurde der Prinz in spe Wolfgang I. Mitglied der Kölner Narren-Zunft, anno 2000 trat er zusätzlich ins Corps à la Suite der Prinzen-Garde ein, als ihn der heutige Schatzmeister Jochen Scheler darauf angesprochen hatte. Mein Vater hat sich total gefreut, dass das mit dem Prinz in Köln geklappt hat, freut sich Wolfgang I. mit seinem Papa. Der hätte gern mal den Prinz in Wesseling gestellt, wo er früher die Bäckerei betrieben hat.