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Die Entwurzelung ist die gefährlichste Krankheit

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ERFTSTADT. Wer den Ausstellungstitel „Die gefährlichste Krankheit“ liest, wird wohl eher an Krebs oder Aids denken, als an die „Krankheit“ der Entwurzelung. Es war die französische Religionsphilosophin Simone Weil, die mitten im Zweiten Weltkrieg erkannte, woran die menschliche Gesellschaft am meisten krankt. „Die Entwurzelung ist bei weitem die gefährlichste Krankheit der menschlichen Gesellschaft“, schrieb die Philosophin 1943. Und weiter: „Die Verwurzelung ist vielleicht das wichtigste und meistverkannte Bedürfnis der menschlichen Seele.“

Das Antikriegsmuseum der Friedensbibliothek der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg hat diese Erkenntnis aufgegriffen und Texte Simone Weils mit Fotos bedeutender Fotografen zu einer Ausstellung aufbereitet, die seit mehr als zehn Jahren durchs Land wandert.

Am Samstag, 8. November, wird diese Ausstellung um 19.30 Uhr in der Kirche der Versöhnung, An der Vogelrute 8, in Lechenich eröffnet. Jochen Schmidt von der Friedensbibliothek wird zur Eröffnung am Vorabend des Gedenktages an die Reichspogromnacht 1938 sprechen. Marcelo Vidal Diaz lockert die ökumenische Veranstaltung der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in Lechenich musikalisch auf.

„Die gefährlichste Krankheit“ ist bis Donnerstag, 27. November in der Kirche zu sehen. Zugänglich ist die Ausstellung montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags und freitags von 17 bis 19 Uhr. (uw)