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Die große Angst, vom Laufband runterzufallen

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FRECHEN. Mütter können manchmal ganz schön gemein sein. Vera Mosebach (17) jedenfalls wird ihrer Mama Martina (47) wohl noch eine Weile böse sein. Wie konnte sie ihre Tochter auch nur zu einem Lauftreff mitnehmen?

Völlig ausgepumpt, fix und alle sei sie von der Schinderei. Anlass des „Familiendramas“ war am Samstag die Lappalie von bloß fünf Kilometern zurückgelegter Laufstrecke am „Sportpark an den 7 Bäumen“.

Die Mosebachs waren nämlich der Einladung des Vereins „Feurige Amtsfööss Frechen“ zu einem von Leistungsdruck unbeschwerten Start in die neue Laufsaison gefolgt. „Wir sind allerdings blutige Anfänger“, nimmt Martina ihre Tochter dann doch in Schutz, „deshalb sind wir beide auch total stolz, die Strecke gemeistert zu haben“. Und das zu Recht, legten sie die Distanz auch noch in einer tollen Zeit zurück. „Die beiden haben sich prima gehalten“, verteilt denn auch Kursleiter Sebastian Stiller (19) artig Komplimente an die Damen.

Gemeinsam mit seinem Kumpel Jan Keßel (20) hatte der Zivildienstleistende die Gruppe auf den Kraftakt eingestimmt. Wie die rund 20 anderen Trainer gaben die beiden Jungs den Teilnehmern wertvolle Tipps zu Lauftechnik und Atmungsverhalten. Auch die Walker und fortgeschrittenen Sportler kamen auf ihre Kosten.

Gruppenleiter Detlev Ackermann (32) erwies sich dabei als absolutes Laufwunder. Bereits 50 Marathonläufe hat der Athlet absolviert, darunter sogar zwei 100 Kilometer-Läufe durch die Hitze Ägyptens. „Ich finde es toll, Leute auf diese Weise locker zum Laufen zu bringen“, beurteilte der Extremsportler die Initiative äußerst positiv.

Interessierte hatten neben der aktiven Teilnahme auch die Möglichkeit, sich über das Thema Laufen zu informieren. So wurden in Vorträgen neben dem optimalen Dehnprogramm auch Ernährungsweise, Trainingsplanung und ortophädische Hilfestellungen vorgestellt. Per Laufbandanalyse konnten dabei Fehlbelastungen aufgedeckt werden.

Ralf Gier (27) vom Frechener Fitnessvertrieb World of Wellness präsentierte dabei eine Laufbandneuheit: mittels Sensoren wird die Geschwindigkeit per Handbewegung variiert. Eher skeptisch gegenüber Laufbändern zeigte sich hingegen Rosi Vershofen, als sie das Gerät ausprobierte: „Ich habe immer ein wenig Angst, hinten runterzufallen“, begründete die passionierte Läuferin ihre Vorbehalte. Sie trainiert lieber in freier Natur.

„Das bietet sich für die Vorbereitung auf meinen zweiten Frechener Martinslauf im November wohl auch besser an“. Eben dieser Lauf war überhaupt der Grund für die Amtsfööss, die „Wie läuft‘s“-Aktion durchzuführen. „Wir reagieren damit auf die verstärkte Nachfrage“, erklärte Vorsitzender Dieter Hoffmann, „und hoffen zudem, mehr Menschen zur Teilnahme zu animieren“. Dass dieses Konzept bereits Früchte trägt, zeigt bereits die Begeisterung der Mosebachs: „Wir haben richtig Lust am Laufen bekommen“, zeigten sich Mutter und Tochter wieder friedlich vereint.