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Die Natternretter vom Kottenforst

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MECKENHEIM / WACHTBERG. Lediglich zwei Schlangenarten sind im Raum Bonn heimisch, und beide sind bedroht: die Ringelnatter und die Schlingnatter. Die Biologische Station Bonn hat sich nun zum Ziel gesetzt, den Bestand der Ringelnatter in unserer Region zu schützen und zu fördern. Dazu hat sie Plätze für die Eierablage der Reptilien geschaffen. Das Artenschutzprogramm, das von der HIT-Umwelt- und Naturschutz-Stiftung gefördert wird, wird in diesen Tagen abgeschlossen.

„Es besteht dringender Handlungsbedarf", begründet Peter Schmidt die Initiative der Biologischen Station. Europaweit gehe der Bestand der Ringelnatter zurück - dabei sei sie die am häufigsten anzutreffende Schlange in Deutschland. Obwohl gesetzlich geschützt und harmlos, habe sie nach wie vor ein sehr zweifelhaftes Ansehen in der Bevölkerung. Ihre heimliche Lebensweise, das ungewöhnlichen Aussehen sowie die Urangst der Menschen vor ihrer vermuteten Gefährlichkeit macht die Natter bei der breiten Bevölkerung wenig beliebt. Aber Schmidt gibt Entwarnung: „Alle heimischen Reptilien, auch unsere zwei Schlangen, sind ungiftig und damit völlig ungefährlich."

Gartenbesitzer können etwas zu ihrem Schutz tun, wenn sie in einer sonnigen bis halbschattigen Gartenecke Kompost aus Streu, Gras oder Laub häufen. Da hinein legen Ringelnattern ab Juni gern ihre Eier. Die jungen Ringelnattern schlüpfen bis Anfang Oktober, so dass bis dann der Haufen ungestört bleiben sollte.

Die Suche nach der Ringelnatter in der freien Natur ist allerdings schwierig. So griffen Schmidt und seine Mitstreiter zu einem Trick: Sie legten an offenen Stellen im Wald 150 mal 60 Zentimeter große Schaltafeln aus dem Baumarkt aus und boten damit den Schlangen einen willkommenen Unterschlupf, der vor Regen schützt und die Sonnenwärme lange hält. Immer wieder schauten sie unter den „Reptileinbrettern" nach, ob sich eine Ringelnatter darunter verkrochen hatte. Und tatsächlich fanden sich im Laufe eines Jahres 94 Ringelnattern - ganz abgesehen von zahlreichen Eidechsen, Fröschen, Erdkröten und anderem Getier. Es zeichnete sich demnach ab, dass im Hauptgebiet des Kottenforstes die Ringelnatter relativ gleichmäßig verteilt ist. Die Fachleute gehen von einigen hundert bis einigen tausend Exemplaren aus.

Im westlichen Teil des Kottenforsts jenseits der Autobahn scheint es hingegen keine Ringelnattern mehr zu geben. Um den Bestand zu sichern, legt die Biologische Station jetzt Plätze zur Eiablage an. Sechs junge Leute, meist Praktikanten, schufen zunächst sechs kleine Tümpel auf sonnenbeschienenen Lichtungen. Ringelnattern sind tagaktiv und beginnen den Morgen mit einem Sonnenbad. Sie können gut schwimmen und tauchen, leben daher vorzugsweise in der Nähe von Gewässern und ernähren sich vorwiegend von Fröschen, Kröten oder Fischen, fressen dabei nur lebende Beute.

In der Nähe der Tümpel werden derzeit fünf große Komposthaufen aus Ästen, Zweigen, Grasschnitt und ähnlichem Grünabfall aufgeschüttet. Die Schlange nutzt die Wärme des Materials zur Ablage von je 10 bis 40 Eiern. Mit Gattern aus Holzlatten werden diese Haufen vor Wildschweinen geschützt. Der erste Erfolg ist schon da, denn in einem der Haufen hat Diplomand Christian Roder ein Gelege mit rund 50 Eiern entdeckt.