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Die Natur reinigt das Wasser selbst

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BERGHEIM. Bisher floss das Wasser des Güsgensgrabens über Betonsohlschalen in den Pulheimer Bach. Das wird sich jetzt bald ändern. Denn der Unterhaltungsverband Pulheimer Bach hat damit begonnen, den Güsgensgraben, eine der drei natürlichen Quellen des Pulheimer Bachs, zu renaturieren. Parallel zum vorhandenen Graben entsteht deshalb auf der Länge von 200 Meter ein neues gewundenes natürliches Bachbett.

„Damit gewinnen wir die natürliche Reinigungskraft des Gewässers zurück“, sagt Horst Engel, Verbandsvorsteher des Unterhaltungsverbandes Pulheimer Bach. Die Qualität des Pulheimer Baches werde damit weiter verbessert. „Wenn das Wasser aus dem Graben sauberer in den Bach kommt, brauchen wir das Wasser im Naturschutzgebiet der Großen Laache bei Pulheim weniger zu reinigen.“

Der Pulheimer Bach habe jetzt schon eine gute Qualität. „Wir haben sehr viele winzige Gammeruskrebse im Wasser, das ist ein Indikator für eine gute Wasserqualität“, sagt der Verbandsvorsteher. „Die Betonsohlschalen wurden früher wegen des Hochwasserschutzes gebaut, damit das Wasser möglichst schnell wegläuft“, erläutert Engel. „Heute lassen wir Hochwasser durch einen größeren Querschnitt genau so schnell abfließen.“

Die Mündung des Güsgensgrabens in den Pulheimer Bach wird ebenfalls neu gestaltet. Eine Kaskade wie am alten Graben wird nicht mehr gebaut. „Wenn junge Enten die Kaskade heruntergerutscht sind, kommen sie nicht mehr zurück zu ihrer Mutter, weil sie den Höhenunterschied nicht überwinden können“, sagt Engel. „Auch die Stichlinge können nicht vom Bach in den Graben gelangen.“ Statt einer Kaskade wird am neuen Grabenverlauf eine so genannte Sohlgleite, also ein gleitender Übergang, angelegt. „Dann kann jeder Stichling aufwärts schwimmen“, erläutert Engel.

Die Bauarbeiten am neuen Zulauf sollen bis zum Jahresende beendet sein. Die Ufer werden begrünt. Am neuen Zufluss sollen auch zwei Teiche angelegt werden, an denen Röhricht wachsen kann. Eventuell wird eine Schule den Umbau im Biologieunterreicht begleiten. Planungsgrundlage für die Renaturierung war die Diplomarbeit eines Studenten.

Der Verband wird wahrscheinlich mit wenig Geld für den Umbau auskommen. „Wir machen das mit eigenen Mitteln, das ist erheblich billiger“, berichtet Engel. Die Gesamtkosten waren auf 78 000 Euro geschätzt worden. Der Verband wird aber wohl mit einem geringeren Betrag auskommen. Eventuell gibt die Bezirksregierung noch einen Zuschuss.