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Die Nutrias sind auf dem Weg in die Innenstadt

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BERGHEIM. Vorsichtig strecken sie ihr Näschen aus dem Wasser. Die Kohlrabischalen am anderen Ufer der Erft immer im Blick. Etwas ängstlich aber doch zielstrebig krabbeln sie schließlich aus dem Wasser und beginnen, an dem leckeren Grünzeug zu knabbern.

Viele Fußgänger an der Erft staunen nicht schlecht, wenn sie die Nutrias zum ersten Mal sehen. „Ihhh, Ratten“, schütteln sich die einen, „och, wie süߓ, meinen die anderen. Nutrias sind etwa fünfmal so groß wie Ratten und außerdem Pflanzenfresser. Eigentlich haben sie in Deutschland nichts zu suchen. Ihren Ursprung haben die possierlichen Pelztiere in Südamerika. Aber das Fell der Tiere war sehr begehrt, so dass in Deutschland Zuchtfarmen errichtet wurden.

„Während des Krieges gab es in Grevenbroich eine Nutriafarm. Dort sind dann einige Tiere ausgebüxt und haben sich in der Erft niedergelassen, da sie sich in Sumpfgebieten sehr wohl fühlen. Die Tiere leben mittlerweile in großen Massen hier. Das Problem mit den Nutrias ist ähnlich dem mit den Bisamratten. Durch ihre Wühltätigkeit zerstören die Tiere die Landschaft und die Ufergebiete. Wir erlegen im Jahr mit Fallen etwa 500 der Tiere“, berichtet Hinrich Doering vom Erftverband.

Verständnis für die Fallen bringen allerdings nicht alle auf. Die meisten halten die Nutrias für harmlos und niedlich, was sie auch sind, wenn sie nicht gerade in Massen auftreten. Die Biberratte wird sogar häufig als Haustier gehalten und ist auch in den meisten zoologischen Gärten zu finden. Und für Kinder ist es natürlich ein Ereignis, die Tiere zu füttern.

„Es ist problematisch, dass Fußgänger die Tiere füttern. Dadurch kommen die Nutrias immer weiter in den Ortskern und zerstören dort die Ufer. Außerdem haben sie hier in Deutschland keine natürlichen Feinde und können sich somit fast ungehindert vermehren“, gibt Doering zu bedenken.