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Die Rolle (s)eines Lebens

3 min

Traumpaar: Professor Brinkmann (Wussow) mit Christa (Gabi Dohm), Oberschwester und spätere TV-Ehefrau.

Wenn Professor Brinkmann im Glottertal seine heilende Hand auflegte, blieb kein Auge trocken. Es war die Rolle seines Lebens, die Klausjürgen Wussow da in den 80er Jahren spielte. „Die Schwarzwaldklinik“ verhalf der Dorf-Idylle zu touristischem Aufschwung und dem gut aussehenden Schauspieler zum Ruf einer medizinischen Kapazität. Nach 70 Folgen hatten Tausende dem charmanten Doktor ihre Wehwehchen anvertraut.

20 Jahre später soll sich der Kreis nun schließen. Das ZDF prüft gerade wohlwollend, ob Produzent Wolfgang Rademann 2005 ein „Special“ der erfolgreichsten TV-Serie aller Zeiten angehen darf, mit Brinkmann und möglichst vielen aus der Ex-Crew. Vielleicht sogar mit Tochter Barbara (42), die Wussow immerhin 15 Jahre lang durch Liebesentzug „verraten“ hat, wie er jüngst in „die aktuelle“ gestand.

Doch damit wird nicht alles gut. Denn Wussow, der heute seinen 75. Geburtstag feiert, scheint derzeit eher für die Rolle des Patienten bereit zu stehen. Manche mutmaßten vor wenigen Wochen gar, ob der Schauspieler an Alzheimer erkrankt sei, nachdem er bei einem RTL-Auftritt mit seiner vierten Gattin Sabine Scholz „wirres Zeug“ gestammelt habe, wie Bild verstört vermeldete.

Aber das ist nur das Finale einer Vorstellung, die als eines der Meisterstücke zweifelhafter „Medienkultur“ gelten kann. Wie kein anderer verkörpert Wussow - und mit ihm seine jeweiligen Ehepartnerinnen - jenen Prototyp des Prominenten, der sich im Schlagabtausch mit der Boulevardpresse jahrzehntelang als Person des öffentlichen Interesses im Gespräch gehalten hat - und gehalten wurde. 1986, auf dem Höhepunkt seines TV-Ruhms, war es die öffentliche Schlammschlacht mit der verlassenen Ehefrau Ida Krottendorf. Seit drei Jahren bedienen Wussow und Yvonne Viehöfer (Geschiedene Nummer drei) Bild, Bunte und Co. mit intimsten Details ihres Scheidungskriegs - nicht, ohne sich bitter über die Yellow Press zu beklagen. Über zehn Jahre waren sie das Glamour-Paar der Szene gewesen und im Kielwasser diverser Arzt- und anderer Serien auf der Erfolgswelle gesegelt, dann begann der Showdown, genährt von Spekulationen, Friseusen-Interviews und sogenannten Geständnissen, bei denen Bild die Rolle der stillen Post übernahm. Meist ging s zuletzt ums Geld: Hat die Ex-Journalistin ihn („Ich war ein Trottel“) ausgenommen, ging er mit windigen Immobiliengeschäften Pleite oder brachte er sein Vermögen (geschätzt 8,5 Millionen) nach Liechtenstein, damit Yvonne und Sohn Benjamin (10) am Hungertuch nagen müssen?

Wer Opfer und wer Täter ist, ist längst Nebensache in diesem Rosenkrieg, wenngleich die 49-Jährige nach Punkten vorn zu liegen scheint - dank Internet-Auftritt, Zeitungs-Tagebüchern und -Briefen, angeblich auch gegen Bares. Klausjürgen Wussow indessen, der einstige Frauenschwarm, kämpft gegen das Image des debilen Alten, der nicht nur pleite ist, sondern auch unter der Fuchtel einer Ex-Boxer-Witwe steht, die ihn für 5000 Euro an „Big Brother“ verhökern wollte. Da kommen selbst Intimfeindin Yvonne die Tränen... Fortsetzung folgt.