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Die Sparkasse Bonn ist sauer

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BONN. Michael Kranz ist ein rheinischer Jung`, der gerne lacht. Aber jetzt ist dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Bonn die gute Laune vergangen. Grund ist eine Untersuchung der Kreisverwaltung in Siegburg, in der sie die Wirtschafts- und Mittelstandsförderung der Kreissparkasse Köln und der Sparkasse Bonn vergleicht; Bonn kommt dabei schlecht weg (die Rundschau berichtete). Beide Häuser wollen mit der Kreissparkasse in Siegburg fusionieren.

Kranz, der nur auf Umwegen an die von Kreis-Wirtschaftsförderer Hermann Tengler erstellte zehnseitige Analyse gekommen ist, reagierte gestern gereizt: „Im Bereich der Wirtschafts- und Mittelstandsförderung haben wir die Nase vorn“, sagte er. „Wir müssen uns ganz bestimmt nicht vor der Kreissparkasse Köln verstecken“. Der Sparkassen-Chef erklärte, er respektiere jede von einem demokratischen Gremium getroffene Fusionsentscheidung, wolle aber „bewusste Unterlassungen und ,schiefe Vergleiche nicht unkommentiert im Raum stehen lassen“. Vergleiche seien schon deshalb kaum möglich, weil das Gebiet der Kreissparkasse Köln dreimal so groß sei wie das Bonner.

Bereits in den 60er Jahren sei die Sparkasse Bonn in die Existenzförderung eingestiegen, erklärte Vorstandsmitglied Wolfgang Rindermann, seit 1988 gebe es ein eigenes Center für Existenzgründung. Jährlich finanziere das Institut 50 bis 70 Jungunternehmer, schaffe so 300 bis 400 Arbeitsplätze. Center-Chef Friedhelm Müller und sein Team betreuten die Gründer durchschnittlich vier Jahre.

In seinem Papier behauptet Tengler mit Blick auf die Gewerbemeldungen, Existenzgründungen verliefen im Bereich der Kölner Kreissparkasse dynamischer als in Bonn: Hier seien zwischen 1996 und 2002 11 240 Gründungen gemeldet worden, in der Bundesstadt nur 2897. Dazu Rindermann: „In der Statistik werden alle Freiberuflichen nicht erfasst.“ Sie spielten in einer Dienstleistungsregion wie Bonn aber eine große Rolle. Er erklärte weiter, sein Haus habe für Kunden 168 Anträge auf öffentliche Fördermittel gestellt, 352 die Kreissparkasse Köln in ihren drei Landkreisen. Rindermann: „Das beweist die stärkere Marktdurchdringung“.

Die Wagniskapitalgesellschaft des Kölner Instituts hält nach Information der Sparkasse 24 Unternehmensbeteiligungen, Bonn 13, ist aber zwei Jahre später auf den Markt gekommen als die Konkurrenz aus der Domstadt.

Den Hinweis Tenglers, die Sparkasse sei in kein Gründer- und Technologiezentrum eingebunden, konterte Kranz mit der Bemerkung, das Bonner Gründerzentrum gehöre der Stadt, deshalb könne sich die Sparkasse gar nicht beteiligen. Ebenso gebe es in Bonn keine Wirtschaftsförderungsgesellschaft, in die die Sparkasse Geld stecken könne: Die Wirtschaftsförderung sei ein Amt der Stadtverwaltung. Tengler hatte hervorgehoben, Köln sei eng mit den drei Wirtschaftsförderungsgesellschaften des Erftkreises, des Rheinisch-Bergischen und des Oberbergischen Kreises verflochten. Eine Beteiligung der Sparkassen an der - inzwischen zerschlagenen - Strukturförderungsgesellschaft (SFG) sei politisch nicht gewollt worden, so Michael Kranz.

Der Vorstandsvorsitzende betonte, er bezweifele nicht die Stärke der Kreissparkasse Köln, die demnächst Ansprechpartner der Bonner sein werde, aber wer vergleiche, der solle alle Fakten auf den Tisch legen.