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DiebstahlWie wir unsere Fahrräder wirklich schützen können

5 min
Radklau

Langfingern keine Chance geben.

Fahrräder eignen sich besonders gut für Diebstähle. Sie sind relativ viel wert, stehen draußen und sind oftmals nur sehr unzureichend gesichert. Allein im Jahr 2014 wurden der Polizei in Nordrhein-Westfalen 85.781 Fahrraddiebstähle gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte dabei wesentlich höher liegen. Davon geht auch ADFC-Technik-Experte Stephan Behrendt aus: „Die Aufklärungsquote in Köln ist sehr gering und es werden längst nicht alle Diebstähle gemeldet. Fahrradbesitzer, die keine Versicherung haben und eh davon ausgehen, dass der Diebstahl nicht aufgeklärt wird, sehen einfach keinen Grund, zur Polizei zu gehen.“

Wie versichere ich mein Fahrrad?

Es gibt viele unterschiedliche Arten, seinen fahrbaren Untersatz finanziell zu schützen. „Am preisgünstigsten kann man sein Fahrrad über die vorhandene Hausratsversicherung absichern. Allerdings hängt dies von der Höhe der Versicherung ab“, sagt Behrendt. Die Entschädigungshöhe legt der Kunde bei Vertragsabschluss fest, sie ist dabei prozentual an die Versicherungssumme des Hausrats gekoppelt. Damit das Fahrrad auch außerhalb von Wohnung oder Haus versichert ist, muss der Besitzer eine Fahrradklausel abschließen. Radler sollten daher prüfen, ob der Vertrag diese Klausel enthält. Bei besonders hochwertigen Modellen kann eine spezielle Fahrradversicherung lohnen. Damit es gar nicht erst zum Diebstahl kommt, ist ein vernünftiges Schloss das A und O. Auch die Versicherer legen viel Wert auf einen guten Schutz. „Ganz allgemein gilt: Gewicht, Gewicht, Gewicht. Es gibt kein sicheres Schloss, das leicht ist“, erklärt der Technikexperte. Jedes Modell hat jedoch seine Vor- und  Nachteile. Hier gibt es einen Überblick:

Schwere Stahlbügel

Die schweren Stahlbügel sind laut ADFC die beste Möglichkeit, sein Fahrrad abzuschließen – dies belegen auch viele Tests. Die Markenprodukte seien so stabil, dass zumindest das Aufbrechen in der Öffentlichkeit extrem schwierig sei. Gegen professionelles „Lockpicking“ würden jedoch nur die Topmodelle schützen, die auch einiges mehr kosten  würden. Ihr Nachteil ist jedoch die umständliche Befestigung.

Panzer und Ketten

Wesentlich flexibler sind Panzerkabel und Ketten. Diese lassen sich besser an Laternen, Zäune oder Bäume schließen. Da sie meist die gleichen Schließmechanismen verwenden wie Bügelschlösser, sind sie auch fast genau so stabil, auch Panzerung und Kettenglieder sind sehr robust.

Fexibel Falten

Sie sind eine Art Kombination aus Bügel- und Kettenschloss, da sie sowohl flexibel bleiben als auch eine hohe Stabilität aufweisen. Faltschlösser lassen sich bequem zusammenklappen und in einer Art Köcher am Fahrrad oder auch im Rucksack verstauen. Nachteil: So widerstandsfähig wie die Varianten mit einem festen Bügel sind sie nicht.

So funktioniert „Lockpicking“

Allgemein wird unter „Lockpicking“ das Öffnen von Schlössern verstanden, ohne dass dabei der Schließzylinder beschädigt wird. Mit speziellen Werkezeugen wird – an Stelle eines Schlüssels – versucht, in den Schlüsselkanal einzudringen und die darin enthaltenen Stifte hinunter zu drücken, um die Entriegelung aufzuheben. 

Diese Modelle sind eher ungeeignet

Nicht ausreichend hingegen sind Rahmen- und Spiralschlösser. Erstere reichen lediglich als „Wegfahrsperre“, wenn der Besitzer sein Fahrrad kurz stehen lässt und im Auge behält. Sie eignen sich lediglich als zusätzliche Sicherung und erschweren den Ausbau des Hinterrades. Das Problem der Spiralschlösser ist nicht der Schließmechanismus, sondern das dünne spiralförmige Seil, welches leicht zu zerstören sei. Der ADFC rät generell: Ein gutes Schloss sollte fünf bis zehn Prozent des Fahrrad-Neupreises kosten.

Codes gegen Klauen

Wer sein Fahrrad codieren lässt, kann Dieben eine weitere Hürde aufstellen. Sollte das Rad geklaut werden, zeigt die Codierung sofort an, wer der Eigentümer ist. Sie verhindert also nicht direkt den Diebstahl, erschwert jedoch den Weiterverkauf, insbesondere den über Flohmärkte oder im Internet. Dadurch sinkt der Verkaufswert, während der Grad der Abschreckung und die Hemmschwelle für potenzielle Langfinger steigt. Eine Codierung kann, wie die Erfahrungen des ADFC lehren, die Zahl der Diebstähle deutlich senken und die Aufklärungsquote erhöhen. 

Persönliche Geheimzahl

Doch was genau steckt in dem Code? Das Prinzip wurde – laut ADFC – vor einigen Jahren von der Polizei in Bergisch-Gladbach entwickelt und von den Beamten im hessischen Friedberg perfektioniert. Mit einer Graviermaschine oder einem speziellen Aufkleber wird auf dem Fahrrad ein personenbezogener Code angebracht. Dieser besteht aus einer individuellen Kombination aus Zahlen und Buchstaben. Sie setzt sich zusammen aus dem Autokennzeichen und Gemeindekürzel des Ortes, in dem der Eigentümer wohnt, einer fünfstelligen Zahl für die Straße, einer dreistelligen für die Hausnummer, sowie den Eigentümer-Initialen, oftmals ergänzt durch eine zweistellige Jahreszahl der Codierung.

Die Rahmennummer

Der Vorteil ist, dass die Polizei oder ein Fundbüro anhand des Codes sofort den Eigentümer des Fahrrads ablesen und diesen im Falle eines Diebstahls informieren können. Die Rahmennummer allein gäbe nicht genügend Informationen her. Nach Angaben des ADFC finden rund 90 Prozent aller aufgefundenen Räder trotz Rahmennummer nicht zum Eigentümer zurück, weil dieser es nicht eindeutig beschreiben kann. Wer sein Fahrrad codieren lassen will, braucht einen Peronalausweis, Rechnung, Quittung oder Kaufvertrag des Rads und circa 15 Euro. Das Verfahren dauert nicht länger als 15 Minuten. 

Fünf Schritte für die Sicherheit

1. Feste Gegenstände nutzen

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Erste und wichtigste Regel: anschließen statt abschließen. Das Fahrrad muss an einen festen Gegenstand geschlossen werden, ansonsten können Diebe das Rad einfach abgeschlossen wegtragen.

2. Stabilität ist wichtig

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Der Gegenstand an den das Fahrrad geschlossen wird, muss mindestens die Festigkeit des Schlosses haben. Was nutzt das beste Schloss, wenn es an einen morschen Lattenzaun geschlossen wird?

3. Doppelt hält besser

Verwenden Sie mehrere und vor allem unterschiedliche Schlösser. Fahrraddiebe haben sich oft  auf einen Schlosstyp spezialisiert, wenn Sie verschiedene Modelle nutzen, erschweren Sie ihnen  die Arbeit.

4. Abstellanlagen nutzen

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Nutzen Sie Abstellanlagen, wie es sie an Bahnhöfen oder öffentlichen Gebäuden gibt. Dort sind  Fahrräder wesentlich sicherer, als auf der Straße.

5. Haupt- statt Nebeneingang

Stellen Sie Ihr Fahrrad an stark besuchten Orten ab und nutzen Sie so die soziale Kontrolle von  Passanten. Heißt: Der belebte Haupteingang ist sicherer als der einsame Nebeneingang, der kaum besucht wird.