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Dielektra ist auferstanden

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Die „Dielektra“ hat es offenbar geschafft. Ein Mittelständler aus dem schwäbischen Neu-Ulm (Lamitec) hat die Reste des Porzer Traditionsunternehmens in der Kaiserstraße 127 Anfang Januar aufgekauft und mit neuen Aufträgen und Material ans Laufen gebracht.

Das nach zwei Insolvenzen am Jahresende geschlossene Werk hat schon wieder 32 Mitarbeiter und etliche Aufträge. Es produziert wie früher Basisprodukte zur Platinenherstellung. Die aus Glasgewebe und Kupferfolien gepressten Platten finden sich unter anderem in Nokia-Handys und im Airbus.

Lamitec-Prokurist Hubert Beyrle, der schon im Herbst versucht hatte das Porzer Unternehmen zu retten, aber vor allem am Widerstand des Betriebsrates gescheitert war, spricht bereits vom Aufstellen neuer Pressen, einer Aufstockung des Personals und der Gründung einer „Lamitec-Dielektra AG“.

Mitarbeiterbeteiligung

steht auf dem Plan

„AG deshalb, weil dann die Mitarbeiterbeteiligung leichter ist und wir - vielleicht in zehn Jahren - einfach an die Börse gehen könnten“, sagt Beyrle. Dieses Jahr werde das Unternehmen noch eine Million Euro am Standort Köln investieren.

Zur Rettung hat das zuletzt von Amerikanern ausgeschlachtete und von wichtigen Märkten isolierte Porzer Unternehmen arg Federn lassen müssen: Von den zuletzt 70 Mitarbeitern (in Glanzzeiten 1400) musste nochmals die Hälfte gehen. Das einst 350 000 Quadratmeter große Firmengelände ging komplett an einen Projektentwickler aus München. So zogen Aldi und Lidl sowie 25 andere Firmen in die Nachbarschaft. Die Dielektra kommt nun mit 20 000 Quadratmetern aus. Miete muss sie nicht zahlen.

Eine Unbekannte in Beyrles Rechnung ist der Ausgang der arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung mit ehemaligen Betriebsratsmitgliedern. Eine Niederlage könnte viel Geld kosten.

Der Porzer Bezirksvorsteher Horst Krämer hat von Anfang an vermittelt und freut sich über den Aufwärtstrend. Gerne hörte er, dass in drei Monaten die beiden großen Maschinen wieder parallel laufen sollen. Auch Niederlassungsleiter Jürgen Lakomy, der 33 Jahre bei Dielektra war, ist ebenso erleichtert - obwohl er bei den Rettungsversuchen seine Ersparnisse verloren hat und am Jahresende mit 58 Jahren so arbeitslos war wie alle Kollegen. „Alles war tot. Jetzt lebt es wieder.“