KERPEN-TÜRNICH. 1999 hat sich die alte Horde wieder zum Gig getroffen. Es war wie früher, es klang wie früher. Seitdem haben wir neue Titel gemacht, härter als früher, anders als früher, sagt der Leadsänger Mike Spider Linster.
Früher bedeutet bei der Rockband Underdog bis zum Jahr 1988. Damals hatte die Band mit Musikern aus Bergheim und Kerpen - nach Schallplattenveröffentlichungen bei dem Indepedent-Label Mausoleum - die letzte LP mit der gleichnamigen Singleauskoppelung bei der Schallplattenfirma EMI herausgebracht: Out in the Night.
Dann kam nichts mehr, von der EMI nicht, von uns auch nicht, erzählt Bandleader Rudolf Eternal Engels. Die Musiker gingen auseinander.
Die Fangemeinde der Hardrocker ersteigere heute noch die alten Scheiben, kürzlich habe er eine bei ebay in Amerika gesehen, für 39 Dollar, sagt Engels. Außerdem seien plötzlich Samples erschienen. Gemeinsam mit ähnlich harten Kollegen ihrer Zunft, wie Judas Priest oder Jimmy Page, seien dort alte Stücke wieder veröffentlicht worden. Nur von Tantiemen haben die Underdogs nichts gesehen.
Mensch, wir machen ein richtiges Revival, im Proberaum der Band lässt Siggi Grütz, keinen Zweifel am Ernst der Sache. Der Schlagzeuger ist mit dem Bassisten Gena Groove Suchinin und dem Leadgitarristen Dirk Wichterich einer der Neuen.
Die Neuen senken das
Durchschnittsalter
Hier sei er am richtigen Platz, mit den Kumpels könne er auch nach der Probe noch ein Bier trinken gehen. Herzblut gehöre zu einer guten Rockband dazu.
Grütz sprang durch die Vermittlung von Engels schon 2002 bei der Manfred Mann s Earth Band als Schlagzeuger ein. Underdog selbst kam während der Tournee als Special Guest auf die Bühne, knüpfte prompt an alte Erfolge an. Die Neuen senken das Durchschnittsalter der Band beträchtlich, sagt Engels. Die Gründer Engels und Sänger Linster präsentieren mit dem Gitarristen Bernhard Leinweber den alten Kern, jeder des Triumvirats ist schon über 50.
Engels pflegt seine fünf alten Hammond-Pianos, Leinweber die alte Gibson und Linster eine Stimme, die noch so jung klingt wie vor 20 Jahren. Der Jüngste, der 28-jährige Bassist Suchinin, spricht von den Dinosauriern. Die haben noch die alten, wahren Rockideale im Blut, sagt er . So etwas habe er bisher noch nicht erlebt.
Der Student der Musikwissenschaften hört bei den Altrockern eine Phrasierung der Instrumente, die eben noch an den Wurzeln des Rock n Roll rühre. Und das scheinen die Fans auch zu mögen. Bei Livekonzerten heiße es immer wieder: Spielt doch die alten Stücke von damals. Und, was die Rocker am meisten erstaunt, die Fans lieben sie in ihrer ursprünglichen Fassung.
Weitere Informationen zur Band gibt es auf der Homepage im Internet.