FRECHEN / KÖLN. Wegen Mordes in zwei Fällen soll sich der 21-jährige Xanu M. (Name geändert) ab heute vor der 4. Großen Strafkammer in Köln verantworten.
Dem 1983 in Kinshasa (Kongo) geborenen Angeklagten wird vorgeworfen, im August vergangenen Jahres nach einer heftigen Auseinandersetzung auf die 22-jährige Nsona N. mit einer Schere und einem Messer mehrfach eingestochen und sie tödlich verletzt zu haben. Als die ebenfalls am Tatort anwesende Nichte Bosise M. auf die Tat aufmerksam wurde, erstach er auch sie mit dem Messer und der Schere.
Die Bluttat in dem Hochhaus an der Burgstraße hatte im vergangenen Jahr in Frechen für heftiges Aufsehen gesorgt. Zwei 12-jährige Hausbewohner hatten den Doppelmord abends entdeckt, als sie noch zum Spielen auf die Straße wollten. Die Tür zu der Erdgeschosswohnung stand offen. Die Kinder schauten hinein und entdeckten im Flur eine tote Frau, die auf dem Boden saß. Die alarmierten Rettungskräfte fanden in der Wohnung kurz darauf eine weitere Frauenleiche. Bei den Toten handelte es sich um die 22-jährige Wohnungsinhaberin und deren 21-jährige Nichte. Im Wohnzimmer saßen zwei kleine Kinder, ein Junge (3) und ein Mädchen (4), und weinten.
Im Zuge der Ermittlungen der Kölner Mordkommission wurde kurz darauf als Tatverdächtiger der in Frankfurt lebende Ehemann der Wohnungsinhaberin festgenommen, der sich kurz vor der Tat von seiner Frau getrennt hatte. Er wurde von seiner vierjährigen Tochter belastet, die gegenüber den vernehmenden Beamten und den Mitarbeitern von Feuerwehr und Jugendamt immer wieder Papa gerufen hatte. Der Vater, der als gewalttätig gilt, bestritt seinerzeit die Tat.
Eine überraschende Wende gab es Mitte September 2004, als die Polizei nach weiteren Ermittlungen in dem Mordfall den jetzt angeklagten Xanu M., einen Bekannten der Familie, in Belgien festnahmen, wo er Asyl beantragt hatte.
Er kam in Verdacht, nachdem in der Wohnung ein blutiger Fingerabdruck gefunden worden war, den der Polizeicomputer ihm zuordnete. Auch die Tochter der Ermordeten erkannte den Täter auf einem Bild wieder und nannte den ermittelnden Kriminalisten seinen Spitznamen Picu.