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Dr. Fabian KrapothJurist, echter Jeck und Rockmusiker

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Der Richter mit der Gitarre: Dr. Fabian Krapoth, hier mit seinem Kollegen Martin Claessen, war bei Gericht auch fürs Entertainment zuständig – vor allem im Karneval. (Foto: Klein)

EUSKIRCHEN – Dass er ein Alt-Rocker ist, dessen Leidenschaft ganz der Musik der 70er und 80er Jahre gehört, sieht man ihm nun wirklich nicht an. Trotzdem sei für ihn das Zusammenspiel in einer Musik-Band die beste Möglichkeit, Abstand vom Berufsalltag zu finden, sagt Dr. Fabian Krapoth . Zum Monatsende verlässt der stellvertretende Amtsgerichtsdirektor Euskirchen. Er wechselt zum Amtsgericht Waldbröl, wo er der neue Chef sein wird.

Die Bediensteten in Euskirchen sehen nur ungern, dass „der Richter mit der Gitarre“ das Amtsgericht verlässt, sagt Dieter Mertens . Mit 41 Dienstjahren gehört Mertens selbst zum „Inventar“ des Gerichts. In zahlreichen Sitzungen fungierte er als Krapoths Protokollführer. Er beschreibt den Richter als einen Mann, „der nicht nur delegiert, sondern selbst anpackt“. Egal, ob es darum gegangen sei, zusätzliche Tische und Stühle in einen Verhandlungssaal zu schleppen oder die Protokollführung in die eigenen Hände zu nehmen - Dr. Krapoth sei sich für nichts zu schade gewesen.

Der 48-jährige Volljurist studierte in Regensburg und kam über Nürnberg und Bonn schon einmal nach Waldbröl. Am dortigen Amtsgericht wirkte er von 1995 bis 2002 als Richter. Es folgten eine zweijährige Abordnung zum Bundesgerichtshof und drei Jahre als Presse-Dezernent am Landgericht Bonn. Dann trat Dr. Fabian Krapoth die Stelle des stellvertretenden Amtsgerichtsdirektors in Euskirchen an und machte sich dort viele Freunde.

Protokollführer Mertens erinnert sich an den Fall, als eine Mutter mit ihrem Kleinkind zur Gerichtsverhandlung erschienen sei. Als das Kind zunehmend unruhig wurde, habe Fabian Krapoth kurzerhand die Zuständigkeiten im Gerichtssaal geändert: „Herr Mertens, Sie kümmern sich ums Kind! Ich führe selber das Protokoll und die Verhandlung weiter“, sei schließlich die Anordnung des Richters gewesen.

Denselben Ruf genießt Dr. Krapoth bei der Euskirchener Anwaltschaft. „Solch einen Menschen kriegen wir so schnell nicht wieder“, mutmaßt Albert Stumm . Der Strafverteidiger schätzt den Richter wegen seiner Lockerheit und der Fähigkeit, auch schon 'mal eigene kleine Schwächen mit Würde zu tragen. „Wir sind über 40, wir haben unser Leben gelebt“, zitiert der Anwalt eine verschmitzte und selbstironische Anmerkung des Richters während einer Verhandlung.

Vor allem aber das Schicksal jugendlicher Drogen-Täter sei dem Richter offensichtlich nahe gegangen. „Ohne das begangene Unrecht aus dem Auge zu verlieren, sieht er in den meist abhängigen Angeklagten mitunter weniger den Täter, als oft auch das Opfer“, beschreibt Stumm seinen Eindruck.

Unvergessen bleibt dem Anwalt auch das Engagement Krapoths bei den Karnevalsveranstaltungen des Amtsgerichts. „Er ist nicht nur ein Top-Jurist, sondern auch ein Top-Jeck“, würdigt Albert Stumm den scheidenden Richter. Und der bestätigt im Gegenzug, dass er gerade im Begriff sei, mit seiner Rock-Band eine Karnevals-CD einzuspielen.

Derweil freuen sich Fabian Krapoths neue „alte“ Kollegen in Waldbröl auf ihren neuen Chef. Am 1. August wird er nahtlos die Nachfolge des dort scheidenden Amtsgerichtsdirektors Friedrich Hagemann antreten.

Dieser bescheinigt ihm ein hohes Maß an Sachverstand. „Und eine Menschlichkeit, die im Richter-Beruf unabdingbar ist.“ Man habe immer gehofft, dass Dr. Krapoth zurück nach Waldbröl kommen werde. Dort genieße er bei den Kollegen und Bediensteten „einen enormen Vertrauensvorschuss“, der in den Erfahrungen begründet sei, die man in früheren Jahren mit dem „musikalischen Richter“ gemacht habe.