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Drama am BaggerseeVater nimmt seinen Sohn mit in den Tod

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In einem Baggersee sind zwei Leichen gefunden worden. (Bild: Gauger)

Ein einsames Kinderfahrrad, daneben eine Decke - darauf liegt ein Mobiltelefon. Einem Spaziergänger an einem Baggersee zwischen Rath-Heumar und Neubrück kam es gestern Vormittag merkwürdig vor, dass rund um diesen „Picknick-Platz“ keine Menschen zu sehen waren. Der Zeuge rief die Polizei, und kurze Zeit später machten Feuerwehrtaucher auf dem Boden des Sees eine furchtbare Entdeckung. Zusammengebunden mit einer weißen Kordel lagen dort ein 33-jähriger Mann und ein neunjähriger Junge. Es sind Vater und Sohn.

„Wir gehen davon aus, dass beide im See ertrunken sind“, sagte ein Beamter und sprach von einem erweiterten Suizid. Demnach hat der Vater seinen Sohn mit in den Tod genommen. Was genau am Rande des Baggersees passiert ist, klärt nun die Polizei. Eine Mordkommission wurde gegründet. Die Fahnder gehen auch der Frage nach, ob der 33-Jährige seinem Sohn schon vor der Fesselung Gewalt angetan hat. Nach der ersten Inaugenscheinnahme der Polizei weisen beide Körper keine Schuss- oder Stichverletzungen auf. Heute sollen die Leichen in der Gerichtsmedizin obduziert werden.

Auch das Motiv für die Tat ist für die Ermittler noch ein Rätsel. Die Eltern des Neunjährigen lebten schon seit längerer Zeit getrennt, wie es hieß. Der Junge wohnte in einem Heim der Stadt Köln. Dort hatte der Vater ihn am Wochenende abgeholt. Heimlich und unbemerkt? Wie sah das Besuchsrecht aus? Wusste die Mutter von dem „Picknick“ am Baggersee? Fragen, auf die heute die Stadt Antworten geben will, kündigte Klaus-Peter Völlmecke an, „soweit sie mit dem Datenschutzgesetz vereinbar sind“. Der Leiter der Pädagogischen und Sozialen Dienste im Amt für Kinder, Jugend und Familie wollte sich gestern noch nicht näher äußern. Nur so viel: „Wir standen in Kontakt mit der Familie.“ Nach Rundschau-Informationen kümmerten sich gestern Nachmittag unter anderem Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes um die Mutter des Neunjährigen.

Vieles in dem Fall ist noch unklar. Als der Schüler nicht ordnungsgemäß ins Heim zurückkehrte, wurden die Mitarbeiter hellhörig, heißt es. Ob sie direkt Stadt und Polizei informiert haben, ist bislang nicht bekannt. Offiziell bei der Polizei als vermisst gemeldet war der Vater. Die Anzeige wurde von Familienangehörigen erstattet.

In der Wohnung des 33-Jährigen fanden Ermittler ein Papier, auf dem der Mann sich zu den Beweggründen für seine Tat geäußert haben soll. Die Polizei bewertet dieses Schriftstück nicht als „klassischen Abschiedsbrief“. „Wir werten das Papier noch aus“, hieß es am Nachmittag aus dem Polizeipräsidium.