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Drogen im Keller versteckt

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KÖLN / BERGISCH GLADBACH. Der Drogenfund hatte Anfang des Jahres Aufsehen erregt. Bei einer Zwangsräumung wurden im Keller eines Gladbachers circa 70 Kilogramm Haschisch und Marihuana gefunden. Gestern begann vor dem Kölner Landgericht der Prozess gegen den mutmaßlichen Haupttäter, einen 46-jährigen einschlägig vorbestraften Kölner.

Bei ihm hatte die Polizei im Februar noch mal 15 Kilo Cannabis gefunden, dazu einige Gramm Kokain, was der Angeklagte recht exzessiv selber konsumierte. Das jedenfalls erklärte der 46-Jährige vor Gericht.

Schimmelbefall

in Cannabis-Plantage

In einem Kölner Ladenlokal hatte der 46-Jährige im Keller eine Indoor-Cannabis-Plantage betrieben. Wenig erfolgreich, wegen Schimmelbefall, so der Angeklagte.

Laut Staatsanwaltschaft hat der Kölner zwischen Januar 2007 und Februar 2009 einen „schwunghaften Handel“ mit bis zu 300 Kilo Cannabisprodukten betrieben.

Doch um die großen Drogenmengen nicht bei sich lagern zu müssen, hatte er sich einen 54-jährigen Bergisch Gladbacher als Geschäftspartner ausgesucht. Der gab für ihn die Drogen teilweise weiter, hauptsächlich jedoch „bunkerte“ der 54-jährige die Drogen.

Der Fehler im System war nur, dass auch der Gladbacher die Drogen nicht bei sich selber aufbewahren wollte. „Aus Paranoia und zum Schutz für mich selber habe ich die Drogen bei meinem ahnungslosen Nachbarn im Keller versteckt“, sagte der 54-Jährige vor Gericht. „Dass der Nachbar eine Räumungsklage laufen hatte, habe ich nicht gewusst.“

Der Kölner erklärte, er habe zunächst für einen ehemaligen Mithäftling 60 Kilo verkauft, die bei einer Razzia „übrig geblieben“ seien. Da habe er mit Hilfe des Gladbachers gemacht. Dann habe er selbst aber nicht mehr gewollt: „Ich sagte ihm, dass ich nicht mehr ins Gefängnis will.“ Doch der Gladbacher habe die Geschäfte unbedingt weiterführen wollen. Er selbst habe dabei nur zehn Prozent verdient.

Stark ins Schwimmen geriet der Angeklagte bei der Frage, wie er seine drei Eigentumswohnungen finanziert habe. Er erklärte, dass die erste Wohnung von einem Sparbuch der Tante bezahlt worden sei. Die anderen zwei Wohnungen habe er für den ehemaligen Mithäftling vom Erlös der ersten 60 Kilo gekauft. An diesem Punkt meldete der Vorsitzende Richter Zweifel an. Deshalb wird bei der nächsten Verhandlung mit Spannung die Aussage des Finanzermittlers erwartet.

Die Hauptverhandlung gegen den Gladbacher wird voraussichtlich im Januar beginnen.