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„Drüje Pitter“ kommt zurück

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Köln und die Kölner sollen jetzt möglichst schnell ihren „Drüje Pitter“ plätschernd wieder zurückbekommen, den über 130 Jahre alten neugotischen Petrusbrunnen, der nach seiner wechselvollen Vergangenheit 1999 aus dem Schattendasein in der Ecke zwischen Domsakristei und Domchor ganz in der Versenkung des Depots verschwand. Seitdem waren Dombaumeisterin Professor Dr. Barbara Schock-Werner, Stadtkonservator Dr. Ulrich Krings und zuletzt auch Anna-Luise Müller als Chefin des Stadtplanungsamtes gemeinsam auf der Suche nach einem neuen Standort.

Und der scheint jetzt gefunden zu sein. Heute wird dem Stadtentwicklungsausschuss vorgeschlagen, den Brunnen auf der Terrasse an der Südseite des Domlanghauses und damit im Blickfeld für die Passanten auf dem Roncalliplatz aufzustellen. Krings glaubt, dass sich die plastische Gestaltung der Domfassade und die filigranen Elementen des Brunnens gegenseitig ergänzen. Eine Konkurrenzsituation zu dem gerade sanierten modernen Brunnen zwischen Dom und Domhotel sehen die Experten wegen der völlig unterschiedlichen Stilrichtungen nicht.

Was von Freunden der Hohen Domkirche schon lange gefordert, von der Welterbekommission der Unesco überraschend allerdings noch nicht aufgegriffen wurde, soll für die notwendige teilweise Umgestaltung der Terrasse nun umgesetzt werden - die Beseitigung der drei großen Bäume unmittelbar vor den Bayern-Fenstern. Die Terrasse soll in dem Bereich zum Südquerhaus hin vorgezogen werden. Zu dem Kiosk hin würden sich dann Sitzstufen anschließen. In diesem Bereich könnte dann auch das Roncalli-Denkmal zu Ehren von Papst Johannes XXIII. aufgestellt werden, dessen Errichtung sich die Roncalli-Gesellschaft zum Ziel gesetzt hat. Deren Vorsitzender Hanns Schaefer war der Motor für die Wiederbelebung der Diskussion um Brunnen und Denkmal.

Ein Entwurf von Stadtplaner Professor Dieter Prinz für diesen Bereich bezieht auch bereits den Standort des Kiosks mit den Toilettenanlagen und dem Eingang zur Tiefgarage ein. An dieser Stelle ist ein separater Eingang zur Turmbesteigung in Verbindung mit einem unterirdischen Zugang zu den Domgrabungen vorgesehen. Die Planungen dafür sollen im Zusammenhang mit einem Wettbewerb zur weiteren Umgestaltung des Roncalliplatzes als Ausgangspunkt für die „Via Culturalis“ erfolgen.

Der Petrusbrunnen gehört der Stadt. Er wurde ihr 1870 von Kaiserin Augusta geschenkt. Trotzdem übernahm die Dombauhütte 1999 den Abbau und die Sanierung des Brunnens und will diesen auch wieder aufstellen. Der Umbau der Terrasse mit einer Verbindung zu der Brunnenkammer des modernen Brunnens würde nach ersten Schätzungen rund 250 000 Euro kosten. Die Bürgergesellschaft mit ihrem Vorsitzenden Heinz-Otto Schmitz-Pranghe hat sich stark gemacht, sich mit Sponsoren und einer Spenden-Aktion in der Bevölkerung zu beteiligen. Sobald die Stadt dem Konzept zugestimmt hat, will Hanns Schaefer einen Wettbewerb für das Roncalli-Denkmal ausschreiben und für dieses „wieder auf Sammeltour gehen“.