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„Eier aus Legebatterien sind hygienischer“

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AUS DEM KREIS. 10 000 Legehennen haben Karl-Heinz Schumacher und sein Sohn Andreas auf ihrem Geflügelhof in Kleinfischbach. „Die Käfige, in denen wir die Tiere halten, sind 25 Jahre alt und daher nicht mehr auf dem neuesten Stand“, erklärt Karl-Heinz Schumacher, der lieber heute als morgen in eine neue Anlage investieren würde, wäre da nicht die aktuelle Diskussion über die Käfighaltung. „Keiner weiß genau, wann die Genehmigung für diese Form der Legehennenhaltung ausläuft und schon gar nicht, was danach erlaubt sein wird“, sagt der Seniorchef. Seinen Entschluss über die notwendige Großinvestition hat er erst einmal auf Eis gelegt.

„Fest steht nur, dass es die Käfighaltung, wie wir sie heute kennen, demnächst nicht mehr geben wird“, ergänzt Otto Kirschbaum, der 11 000 Tiere in Remerscheid hält. Seinen Betrieb dort hat er seit 40 Jahren, seine aktuelle Anlage ist acht Jahre alt. Ursprüngliche Beschlüsse, die Legehennenhaltung ab dem 1. Januar 2007 zu verbieten, wurden vom Bundesrat wieder gekippt. Der 1. Januar 2009 ist jetzt der neue Stichtag; die anderen EU-Mitgliedsstaaten haben noch bis 2012 Zeit. „Der Bundesrat hat letzten Monat dafür gestimmt, alternative Haltungsformen zu prüfen“, erklärt Kirschbaums Schwiegersohn Thomas Seeger. Dazu gehörten neben der Freilufthaltung auch Kleingruppenkäfige, die Nest, Sitzstangen und Scharr- bzw. Staubbadegelegenheit haben.

Kirschbaum und Schumacher favorisieren diese Form der Haltung. „Und das aus den unterschiedlichsten Gründen“, erklärt Otto Kirschbaum. Sein Betrieb in Remerscheid sei nur für die Käfighaltung genehmigt worden. „Boden- und Freilandhaltung wären hier einfach nicht drin.“ Zudem seien aus Käfighaltung stammende Eier viel hygienischer. „Untersuchungen haben ergeben, dass Eier von Käfig gehaltenen Hennen zehn Keime pro Ei hatten.“ Bei der Freilandhaltung seien es 100 000 gewesen. Schließlich stelle sich das Problem, dass in Deutschland 85 Prozent aller Hennen - und das sind immerhin 40 Millionen - in Käfigen gehalten werden. „Für die Tiere hätten wir in der Boden- und Freilandhaltung einfach keinen Platz“, sagt Seeger, der für diesen Fall einen Rückgang des deutschen Eierproduktion um 60 Prozent befürchtet. „Das Ausland würde uns mit noch mehr Eiern beliefern und bei uns gingen die Arbeitsplätze verloren.“ Diese Entwicklung in Deutschland führe geradewegs in den Bankrott, klagen die Eiererzeuger.

Doch die Erzeuger müssen sich mit einem weiteren Thema beschäftigen. Seit dem 1. Januar an gilt die neue Eierverordnung. „Und die sieht vor, dass wir unsere Eier mit einem Stempel versehen müssen“, sagt Kirschbaum, der in Remerscheid einen täglichen Ausstoß von 10 000 Eiern hat. Ein aus Zahlen und Buchstaben bestehender Code gibt Auskunft über Haltungsform, Erzeugerland, Legebetrieb und Stall.

Die Ziffer 0 am Anfang des Codes steht für Biohaltung, eine 1 für Freiland-, eine 2 für Boden- und eine 3 für Käfighaltung. Der darauffolgende Buchstabe verweist auf das Erzeugerland. Ein D steht für Deutschland. Siebenstellig ist schließlich die registrierte Nummer von Legebetrieb und Stall.

Ziel der Verordnung sei, die Herkunft der Eier besser zurück verfolgen zu können. „Doch das wird nicht erreicht“, sagen die Hühnerhalter. So sei es Großbetrieben gestattet, ihre Eier erst in den Packstellen zu stempeln. Wo die Eier letztlich herstammten, könne man dann nicht mehr feststellen.