LINDLAR – Ostereier selbst zu färben, das gehört seit Jahrhunderten einfach in die Osterzeit. Doch wie färbte man früher, als es noch keine fertigen Farben im Supermarkt zu kaufen gab? Das weiß Monika Burgmer vom LVR-Freilichtmuseum Lindlar. Rechtzeitig zu Ostern färbt sie mit den Lindlarer Landfrauen in Breun Eier mit traditionellen Naturfarben, wir schauten ihr dabei über die Schulter.
Naturfarbenerfordern Geduld
Das Färben beginnt schon mit der richtigen Wahl der Eier. „Man nimmt am besten weiße Eier. Die nehmen die Farbe besser an als braune“ erklärt Monika Burgmer und wäscht die rohen Eier erst einmal mit Essigwasser ab. Dadurch lösen sich Fettrückstände von der Eierschale. Währenddessen kochen in den Töpfen schon die Farbzusätze – alles Natur, versteht sich: Kerbel, Rotkohl, Brennnesseln, Zwiebelschalen und Malventee verleihen den weißen Eiern Farbe.
Mit etwas Wasser wird daraus ein Sud gekocht, in den die gekochten Eier eingelegt werden. Als weitere Zutaten dienen Zusätze wie Alaun, Pottasche oder ein auch rostiger Nagel, die dem Sud vor der Zugabe der Eier zur Intensivierung der Farbe beigegeben werden.Auf diese Art lassen sich allerlei Farben herstellen. Nicht so kräftig wie chemische Farben aus dem Supermarkt, aber ganz sicher ein Hingucker. Die Wartezeit auf die fertigen Eier vertrieben sich die Landfrauen bei Kaffee und Geschichten über das Färben von Ostereiern. Mindestens dreißig Minuten muss man sich gedulden, bevor die kleinen Kunstwerke aus dem Sud herausgeholt werden können.
Zu Beginn hatten sich die Landfrauen im Garten nach Pflanzen und Blättern umgesehen, mit denen sie ihre Eier verzieren wollten. Die Blätterwerden mit Hilfe von Mullbinden an die Eier gebunden und mit zum Färben in den Topf gegeben. Als die Ei-Pakete wieder ausgepackt werden, kommen dekorative Blattornamente zum Vorschein. Auch wenn das traditionelle Ostereierfärben zeitaufwendiger ist als die Supermarkt-Methode: Spaß macht es allemal.
