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Eigene Stiefmutter zu Tode gequält

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Der Angeklagte im Prozess um den grausamen Foltermord an einer 74-jaehrigen Rentnerin im Landkreis Kitzingen.

Würzburg - Nach dem qualvollen Foltertod einer 74-jährigenFrau hat ihr angeklagter Stiefsohn zum Auftakt seines Mordprozessesein Teilgeständnis abgelegt. Er habe seine Stiefmutter aus lauter Wutüber ihre Beleidigungen geschlagen und mit Nadeln gefoltert, räumteder 51-Jährige aus dem fränkischen Volkach am Dienstag vor demLandgericht Würzburg ein. "Ich hatte sie aber nie töten wollen", ließer seinen Anwalt erklären. Der unverheiratete Maschinenbaumeistermuss sich für die Tat am 5. April 2006 wegen Mordes, schwererKörperverletzung und Vergewaltigung verantworten.

"Als meine Stiefmutter plötzlich behauptete, ich hätte mit meinerleiblichen Mutter geschlafen, da bin ich explodiert", hieß es in derErklärung. Persönlich äußerte sich der Angeklagte nicht zu dem Fall,den die Staatsanwaltschaft als das "schlimmste Verbrechen seit Jahrenin der Region" einstufte. Das Verlesen der Anklageschrift nahm derAngeklagte bleich und regungslos hin. Beim Zitieren aus einem von ihmin der Untersuchungshaft verfassten Brief brach er kurzzeitig inTränen aus.

Ausführlich schilderte der Junggeselle, dass sich das anfänglichunbelastete Verhältnis zu seiner Stiefmutter in den vergangenenJahren zunehmend verschlechtert habe. "Anfangs war ich froh, dassmein Vater über eine Zeitungsanzeige eine neue Liebe gefunden hatte."Nach dem Tod seines Vaters sei das Verhältnis aber immerunerträglicher geworden. Sie habe angefangen, ihn zu beleidigen undvöllig haltlose Frauengeschichten über ihn zu verbreiten.

Der dauernde Streit sei am Tattag eskaliert, als sie im Keller desgemeinsam bewohnten Hauses aufeinander getroffen seien und sie ihmvorgeworfen habe, seine leibliche Mutter sei "schuld an seinenFrauenproblemen". Sie habe ihm vorgehalten, er hätte mit seinerMutter Geschlechtsverkehr gehabt, was aber nie der Fall gewesen sei,betonte der 51-Jährige. In diesem Augenblick habe er jedeBeherrschung verloren: "Ich habe wie von Sinnen mit beiden Händen aufsie eingeschlagen", zitierte der Verteidiger den Angeklagten.

Als sie regungslos am Boden lag, habe er die 74-Jährige für totgehalten. Um ihr "all das Leid zurückzugeben, dass sie mir angetanhat", habe er die ohnmächtige Frau zwei Stunden lang mit Nadeln undanderen Instrumenten drangsaliert: "Ich habe sie damit erniedrigenwollen." Dass seine Stiefmutter zu diesem Zeitpunkt noch lebte, willer erst später aus den Ermittlungsakten erfahren haben. Schließlichhabe er die Leiche zerstückelt, um sie aus dem Haus schaffen zukönnen, ohne Aufsehen zu erregen. Eine Vergewaltigung stritt der 51-Jährige ab.

In seiner Erklärung räumte der Angeklagte sado-masochistischeNeigungen ein. Er habe wiederholt Dominas aufgesucht und sich auchentsprechende Videofilme beschafft. Er selbst habe aber immer dieRolle des Gepeinigten gespielt. Zugleich bestritt der 51-Jährige dasin der Anklageschrift angeführte Motiv der Habgier wegenErbstreitigkeiten. Da ihm sein Vater eines seiner beiden Häuservererbt habe, habe er sich bei der Erbaufteilung keineswegsbenachteiligt gefühlt.(dpa)