EIFELLAND. Offenbar ist es für viele Menschen von Interesse, einen Einblick in das klösterliche Leben zu erhalten. Zum Tag der offenen Klöster hatte das Bistum Aachen geladen. Die Benediktinerinnen der Abtei Maria Heimsuchung in Steinfeld, die Salavatorianerinnen und Salvatorianer des Klosters Steinfeld, die Trappistinnen der Abtei Maria Frieden Dahlem und die Karmel-Eremitage mit Schwester Veronika in Kronenburg öffneten dazu ihre Tore. Nicht nur zu Führungen durch die öffentlichen Räume - Privaträume waren ausgegrenzt -, sondern auch zu Gesprächen und Begegnungen standen die Ordensleute zur Verfügung.
Nach der Regel des Heiligen Benedikt (480 bis 547) leben die Mönche und Nonnen der Benediktiner heute noch. 1955 wurde von Schwestern des Benediktinerinnenklosters Notre-Dame / Ermeton (Belgien) die Abtei Maria Heimsuchung in Steinfeld gegründet. Geprägt durch tausend Jahre klösterlichen Lebens, hat der Ort für die heutigen Schwestern eine besondere Bedeutung. Hier lebte einst der heilige Hermann-Josef, dessen Grab sich gleich nebenan in der Steinfelder Basilika befindet.
Für Menschen, die Stille, Besinnung oder Vertiefung ihres Glaubens suchen, steht ein Gästehaus zur Verfügung - Gastfreundschaft ist ein Merkmal benediktinischen Lebens. Besucher können an Messe und Stundengebet - in gregorianischem Choral gesungen - teilnehmen. Mit einer der Schwestern ins Gespräch zu kommen, geschieht jedoch auf eigene Initiative.
Äbtissin Schwester Michaela Hohmann gehört seit 30 Jahren den Benediktinerinnen an. Für sie wie für ihre 15 Mitschwestern besteht der tägliche Ablauf aus festen Regeln zwischen Gottesdienst, Gebet und Arbeit. Es ist ein Leben aus dem Glauben mit allen Freuden, aber auch mit Nöten und Konflikten, die es immer in einer Gemeinschaft gibt, erklärt sie. Obwohl die Benediktinerinnen sich zum monastischen Leben verpflichtet haben, so seien sie doch zu einem gewissen Grade daran interessiert, was in der Welt geschieht. Wir haben Fernsehen, Computer und zwei Tageszeitungen, so die Äbtissin. Beim Fernsehen seien jedoch nur gewisse Programme erlaubt. Außerdem bestehe enger Kontakt zu den griechisch-katholischen Melkiten (Mönche) eines libanesischen Klosters.
Ganz genau steht die Gründung des Klosters Steinfeld nicht fest. Das Jahr 1184 war urkundlich belegt das Gründungsjahr der Abtei. Seither ist das Kloster nicht nur ein religiöser, sondern auch kultureller Mittelpunkt der Nordeifel. Seine Geschichte ist wechselhaft und spannend. Erst nach dem Ersten Weltkrieg war der Weg für die Nutzung durch Ordensleute frei. Die Salvatorianerinnen und Salvatorianer leben nicht nur abgeschieden hinter ihren Mauern. Ein stets ausgebuchtes Gästehaus bietet Unterkunft. Konzerte in der Basilika sind weithin bekannt. Der Kontakt zur Jugend besteht durchs Hermann-Josef-Kolleg. Für viele ist Steinfeld ein Ort der geistigen Welt, der Harmonie und Schönheit.
Zum Tag der offenen Tür fanden sich viele Besucher ein, um sich durch die faszinierende Welt des Klosters führen zu lassen. Die Brüder und Schwestern einschließlich Superior Pater Hermann Preußner standen zu Gesprächen bereit. Ein Kurzfilm informierte über den Stifter der Ordensgemeinschaft, Pater Franziskus Jordan. Auch gab s ein Konzert der Schola Cantorium Coloniensis (Choral, Orgel).
Wir pflegen die Stille, aber wir sind nicht stumm, erklärt die Trappistin Schwester Sabine von der Abtei Maria Frieden in Dahlem. 25 Nonnen leben hier. Gebet, Lesung und Arbeit bestimmen den Tagesablauf des Ordens (Zisterzienserinnen strengerer Observanz), der um kurz nach 4 Uhr mit den Vigilien beginnt. Seit über 40 Jahren gehört Schwester Sabine dem Orden an. Wir suchen keine Zerstreuung oder Abwechslung, so die Ordensschwester. Man lebe streng monastisch: Lesung, stilles Gebet und Arbeit, die auch dem Lebensunterhalt dient. Sie stellen Handwebereien (Paramente), Körperpflegemittel und Likör her. Trotz aller Regeln sind Gäste willkommen, die an den Gebeten in der Kapelle teilnehmen möchten. Auch dürften ausgesuchte Fernsehsendungen angeschaut werden, die sich jedoch hauptsächlich mit religiösen Fragen beschäftigten.
Früher hatten sich die Trappisten grundsätzlich zum Schweigen verpflichtet und sich durch eine Zeichensprache verständigt. Wir pflegen das heute noch an bestimmten Orten. In der Kirche und im Kreuzgang wird geschwiegen, so Schwester Sabine.
Die Resonanz am Tag der offenen Klöster war sehr gut, so Pater Hermann Preußner vom Kloster Steinfeld. Viele Besucher seien nicht nur als Touristen in die Eifel gekommen, sondern eigens, um alle drei Klöster zu besuchen.