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Ein Grenzgänger in Sachen Kunst

2 min

PULHEIM. Mauricio Rincón ist ein Grenzgänger. Seine Bilder changieren zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, wie sie auch in einem ständigen Spannungsverhältnis stehen zwischen Augenscheinlichem und Abgewandtem. Das liegt, darauf verweist Rincón, an seinem Doppelleben zwischen seinem Beruf als Grafiker und seiner Leidenschaft als Künstler.

Der Beruf des Grafikers bringt es nun einmal mit sich, Aussagen plakativ und im wahrsten Sinne des Wortes offensichtlich darzustellen. Als Künstler arbeitet Rincón indes eher mit verdeckten Botschaften, mit Signalen, deren Hintergründe erst entschlüsselt werden wollen. Die Bilder des 73-jährigen Künstlers aus Köln sind im Foyer des Golf & Country Club Velderhof zu sehen. Es sind neue Arbeiten, meist aus diesem Jahr.

Besonders ins Auge fallen die schlichten Gemälde von Frauen. Langes, schwarzes Haar dominiert das Bild. Die Frauen sind stets weiß in der Farbe der Unschuld gekleidet. Rincón arbeitet in einer sehr eigenwilligen Mischtechnik. Meist verwendet er Öl und Gips, die seinen Arbeiten große Räumlichkeit verleihen. Dazu kontrastiert er seine Figuren mit schwarzer Tusche. Damit führt Rincón neben dem Malerischen auch grafische Elemente in seine Bilder ein. Mitunter platziert Rincón seine Figuren in surreal anmutende Landschaften.

Doch versteht der Künstler dies mehr als seine persönliche Form der Abstraktion einer Darstellung der Wirklichkeit. Seit 1959 lebt der Katalane Rincón in Köln. Geboren ist er 1931 in Barcelona. Als Grafiker war er vor allem für die Kaufhof AG tätig. Neben seiner beruflichen Tätigkeit malte er stets. In vielen Ausstellungen zeigte er seine Werke. In seiner Jugend besuchte er die berühmten Malschulen, an denen zuvor auch Picasso, Miró, Dalí und Tápies studierten. An der staatlichen Werk-Kunstschule Offenbach schloss Rincón sein Studium in der Fachrichtung „Angewandte Grafik“ ab.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Dezember während der allgemeinen Öffnungszeiten im Golf & Country Club Velderhof, Stommelerbusch, zu sehen.