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Ein Kosmopolit und freier Geist

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WIPPERFÜRTH. Überrascht vom großen Andrang waren wohl alle Beteiligten: Am Freitagabend wurde es richtig eng in den Fluren und auf der Treppe des Rathauses, als die Ausstellung der Bilder des im Mai 1997 verstorbenen Armin Wanzke eröffnet wurde. Der Wipperfürther Maler hätte dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiern können. Gertrud Flosbach, Vorsitzende des Kunstvereins Bergisches Land, begrüßte viele Mitglieder der Familie Wanzke, darunter Charlotte Wanzke, Ehefrau des Malers .

Da viele Arbeiten aus der früheren Schaffenszeit Wanzkes den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fielen, sind im Rathaus hauptsächlich Ölgemälde, Aquarelle und pastelle aus den Jahren und Jahrzehnten nach dem Krieg zu sehen. Die Festrede zur Eröffnung hielt der Maler und Freund Armin Wanzkes, Rolf Hardenbicker. Er erinnerte daran, dass Wanzke in den 1920er Jahren von der Vitalität der Weltstadt Berlin angezogen worden sei und dort die neue Kunst regelrecht gelernt habe. Kontakte zu Max Liebermann, dem deutschen Impressionisten schlechthin, sowie zu vielen anderen in Berlin lebenden Künstlern der damaligen Zeit sind verbürgt.

Ab 1941 erlebte Wanzke den Krieg in Russland. Nach dem Krieg, 1948, verschlug es den ehemaligen Berliner Finanzbeamten, der lange zwischen dem Abenteuer eines Malers und dem Broterwerb als Finanzbeamter geschwankt habe, an das Finanzamt Waldbröl. „Armin Wanzke war ein Heimatmaler, der die Themen der Landschaft des Bergischen Landes aufgriff, sich aber nicht in Heimattümelei verlor“, sagte Hardenbicker. 1957 fand der im schlesischen Dittersbach bei Waldenburg geborene Armin Wanzke seine neue Heimat in Wipperfürth.

Motive für seine Malerei fand er in der Landschaft seiner Wahlheimat reichlich. Doch der reisefreudige Maler füllte seinen allgegenwärtigen Skizzenblock auch im Ausland. Besonders mediterrane Strand- und städtische Straßenszenen in Spanien und Frankreich hatten es ihm angetan. Wanzke sei immer ein Kosmopolit, ein offener Geist gewesen, sagte Hardenbicker.

Musikalisch gestaltet wurde die Ausstellungseröffnung von Sophia Wanzke, der Enkeltochter des Malers, und Judith Rehage, die auf Querflöten Ausschnitte aus der Oper „Carmen“ spielten. Die Ausstellung mit den Bildern von Armin Wanzke ist noch bis zum 25. November im Rathaus zu sehen. (lst)