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Ein Produkt fast für die Ewigkeit

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WESSELING. Dass ein Produkt fünf Jahrzehnte lang in praktisch unveränderter Form hergestellt wird, hat in der Chemieindustrie Seltenheitswert. Und deshalb nutzte das Unternehmen Evonik Industries den 50. Jahrestag der Inbetriebnahme ihrer Wesselinger Produktionsanlage für Cyanurchlorid für ein Betriebsfest im Rheinforum. Eingeladen waren rund 80 Mitarbeiter, Ehemalige und Kunden.

In seiner Festrede beschrieb Werksleiter Dr. Klaus Zetzmann auf launige Weise, wie die Produktion vonstatten geht: „Man nehme einen Backsteinbau und setze jedem Mitarbeiter eine Maske auf, damit wir nicht so viele unerwünschte Besucher haben.“ 40 Mitarbeiter sind im Wesselinger Evonik-Werk mit der Produktion von Cyanurchlorid, in Fachkreisen Cyol genannt, beschäftigt. Cyol ist ein chemisches Zwischenprodukt, das zwar in dieser Form giftig und ätzend, aber ein wichtiger Baustein für Folgeprodukte in der Landwirtschaft, Pharmaindustrie, im Gesundheitswesen, im Druck und bei Farben und Lacken ist. Ohne Cyol gäbe es viele Kunststoffe nicht.

Betriebsleiter Dr. Wolfram Blumberg ließ die Geschichte des Betriebs Revue passieren und stellte dabei fest: „Die Monatsproduktion des Anfangsjahres 1958 entspricht ziemlich exakt der Menge, die heute jeden Tag die Anlage verlässt.“ Nach Abschluss der Ausbauarbeiten der Anlage im Jahr 1978 kam es Ende der 80er Jahre zu einem Abfall der Nachfrage, so dass man 1991 beschloss, die Wesselinger Anlage für einige Monate stillzulegen. Später setzte man den Beschluss aus. Für Cyanurchlorid fanden sich in der schwierigen Phase neue Anwendungsbereiche und Absatzmärkte. Jedoch: „In diesem Übergangsstadium leben wir heute noch“, scherzte Blumberg.

Zhu Yutong, Geschäftsführer der chinesischen Cyol-Produktionsstätte des Unternehmens, überreichte dem Betriebsleiter Blumberg anlässlich des runden Geburtstags einen Jade-Elefanten, der in China für dauerhaften Erfolg steht. Er lud die Wesselinger Mannschaft mit einem Augenzwinkern bereits jetzt zum 50-jährigen Bestehen der chinesischen Dependance im Jahr 2038 nach China ein.

Der Betriebsratsvorsitzende Dieter Kleren trug mit einigen Anekdoten aus der Geschichte des Unternehmens zur Erheiterung bei. So habe ein Mitarbeiter sehr zur Freude seiner Kollegen in den 60er Jahren, als es noch möglich war, mit dem eigenen Auto auf das Firmengelände zu fahren, sein Gogomobil auf dem zwölf Meter hohen Werksturm wiedergefunden. Seine Kollegen hatten den Kleinwagen mit dem Kran dort oben versteckt.

Als besondere Überraschung unterhielt das Improvisationstheater „Die Königs“ aus Köln die Gäste mit Sketchen und Gags rund um den Cyol-Betriebsjargon.