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Eine Glocke aus Kommern läutet sogar in Togo

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KOMMERN. Ob eine Glocke nach Afrika, eine Truhe in die Schweiz oder einen Schrank nach Belgien - die Kommerner „Schatztruhe“ im ehemaligen Möbelhaus Arenz unterhalb der Bundesstraße 266 liefert zwar nicht weltweit, aber in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland weiß man die Antiquitäten aus dem kleinen Eifelort zu schätzen. „Wir sehen uns nach möglichst ausgefallenen Gegenständen um“, erläutert Walter Lehnertz, der als rechte Hand seiner Ehefrau Sylwia in deren Antik-Handel mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die Glocke brachten die Lehnertz aber nicht selbst nach Afrika. Vielmehr besteht die Verbindung zu Benin, Togo, durch einen Stand in dem weitläufigen Antik-Lager, der von Franziska Strauch aus Kommern betreut und von dem Ehepaar Lehnertz unterstützt wird. Was an diesem Stand verkauft wird, geht in die Entwicklungshilfe nach Benin. „Es ist nur richtig, dass wir damit auch etwas Gutes tun können“, sagt Walter Lehnertz dazu. „Und der Bischof von Togo war schon zwei Mal bei uns im Geschäft“, erzählt er weiter und belegt seine Aussage mit einem Foto mit persönlicher Widmung. Die Glocke aus der „Schatztruhe“, für die in Benin extra ein Turm gebaut wurde, läutet dort seit einiger Zeit zum Gottesdienst.

Seit zwei Jahren betreibt Sylwia Lehnertz den Antik-An- und -Verkauf in Kommern. Nach dem zweiten Bandscheibenvorfall ihres Mannes, der bis dahin im Garten- und Gerüstbau tätig war, wollte sich das in Mechernich lebende Ehepaar ein zweites Standbein schaffen und kam so zu der Idee mit dem Antik-Handel. Walter Lehnertz, der als Angestellter im Baugewerbe arbeitet, unterstützte seine Frau von Anfang an bei dieser Geschäftsidee und so machte sich die „Schatztruhe“ schon bald einen guten Namen in der Branche.

Wer durch die große Halle geht, kommt aus dem Staunen so schnell nicht heraus. Nicht nur, dass es hier unheimlich viel zu sehen gibt. Die Lehnertz haben auch ein gutes Händchen für alte und außergewöhnliche Gegenstände. Und das hat auch seinen guten Grund. Walter Lehnertz: „Wir sind hier kein Trödelladen. Und wenn wir jedes zweite Wochenende draußen auf unserem Parkplatz einen Markt machen, dann kommen auch da nur Händler hin, die wirklich gute Ware anbieten.“

Alte Uhren gibt s

mit Garantie

Auch gibt es in der „Schatztruhe“ nur funktionstüchtige Antiquitäten zu kaufen. Das alte NSU-Fahrrad könnte ebenso sofort losrollen wie das Dreirädchen im Vespa-Stil aus den 40er Jahren oder der mit einer Autobatterie betriebene kleine Autoscooter. „Mit dem ist meine kleine Tochter schon durch die Halle gebraust“, lacht Walter Lehnertz. Auch einer der ersten elektrischen Rasenmäher könnte sofort seinen Dienst antreten.

Einer, der in Sachen Aufarbeitung und Reparatur sein Handwerk versteht, ist der ehemalige Uhrmacher Johann Kropp aus Lommersum. Er nimmt sich der alten Uhren in der „Schatztruhe“ an und bringt sie wieder auf Vordermann. „Wir geben auf die Uhren und alle anderen funktionstüchtigen Geräte auch Garantien“, erklärt Walter Lehnertz. Er freut sich, dass das Geschäft seiner Frau Sylwia läuft und auch einen solch guten Ruf in der Branche genießt.

„Wir haben in der Woche so rund 200 Besucher, freitags und samstags ist die Halle richtig voll und wenn einmal im Monat der Markt auf dem Parkplatz ist, dann laufen auch gerne mal bis zu 1500 Leute hier durch“, stellt Walter Lehnertz zufrieden fest. Dass diese Entwicklung auch in den nächsten drei Jahre anhält, hofft das Ehepaar Lehnertz sehr. Denn so lange läuft der Mietvertrag für diesen Teilbereich im ehemaligen Möbelhaus Arenz, das nicht, wie irrtümlich berichtet, am Montag zur Versteigerung stand. Zwar steht auch dieses Anwesen unter Zwangsverwaltung, versteigert werden sollte allerdings das ehemalige Möbelhaus „Kings“ gegenüber dem Kommerner Rewe-Markt.