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Eine Jugend in Gummersbach

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BENSBERG / GUMMERSBACH. An ihre Kindheit in Gummersbach erinnern sich die Geschwister Anja (68), Jürgen (76) und Hans-Joachim Habermas (80) noch sehr gut. Zum Beispiel an ihre Schlittenfahrten auf Baums Wiese vorm Elternhaus in der Körnerstraße oder an die Hausbesuche von Dr. Linden.

„Da wurde man schon gesund, wenn der nur bei einem am Bett saߓ, erinnert sich der berühmte Philosoph Prof. Dr. Jürgen Habermas. Der kam gestern aus Starnberg, um seinem in Bensberg lebenden Bruder zum 80. Geburtstag zu gratulieren. Aus Neuss hatte es Anja Fernau-Habermas nicht ganz so weit.

Das Geburtstagskind freute sich über den Besuch: „Meinen Bruder sehe ich nicht so oft, vielleicht ein bis zwei Mal im Jahr.“ Hans-Joachim Habermas lebte bis 1992 in Gummersbach. Bis 1989 leitete er 27 Jahre die Zweigstelle Gummersbach der IHK Köln. „Heute sind die Rotarier die tragende Verbindung nach Gummersbach.“ Regelmäßigen Kontakt habe er noch immer zu seinen Schulfreunden, dem langjährigen Leiter der Fröbelschule, Dieter Schulte, und dem Arzt Dr. Fritz Helling.

Beim Besuch der OVZ in Bensberg erinnert sich Jürgen Habermas sofort an seine Anfänge als Journalist bei der oberbergischen Lokalpresse. „In den Semesterferien habe ich über die Gründung der Oberbergischen Verkehrsgesellschaft und die Theateraufführungen des Siegburger Landestheaters im evangelischen Gemeindehaus berichtet.“ Heute seien die Gräber der Eltern seine Verbindung nach Gummersbach. Zu seinen Schulkameraden habe er nur noch sporadisch Kontakt.

Verbindungen gibt es noch immer zu seiner ehemaligen Schule, dem heutigen Gymnasium Moltkestraße. Dessen langjähriger stellvertretender Schulleiter, Jürgen Woelke, hat Jürgen Habermas in die Kreisstadt eingeladen. „Er hat mir angeboten, das historische Gummersbach zu zeigen“, sagt der Professor.

Beim Thema Gummersbach erinnert sich Anja Fernau-Habermas auch an die Feldhandspiele des VfL Gummersbach. „Da ist mein Bruder Jürgen jeden Sonntag hin.“ Der Philosoph schwärmt: „Ich weiß noch genau, dass der VfL während meines Studiums mehrere Male deutscher Meister wurde.“ Gummersbach als Stadt finden die drei heute nicht mehr so schön wie zu ihrer Kindheit. „Das liegt aber auch am Alter“, meint Hans-Joachim Habermas.

Anja Fernau-Habermas erinnert sich an ihre Hochzeit im Bergischen Hof, der längst abgerissen ist. „Das Haus Hebekeuser gibt es aber noch“, weiß Bruder Hans-Joachim. „Das ist doch das Haus,, wo der Goller immer die Hüte gemalt hat“, ergänzt Bruder Jürgen. Woelkes Einladung will er auf jeden Fall annehmen.