EUSKIRCHEN. Der Patient ist unheilbar krank, ist medizinisch nicht mehr therapierbar. Der Arzt kann seine Leiden nicht kurieren. Eine Situation, mit der in der heutigen Zeit, in der die durchschnittliche Lebensdauer der Menschen steigt, immer wieder Ärzte und Angehörige der Kranken konfrontiert sind. Wie lindert man das Leid der Menschen, die etwa unheilbar an Krebs erkrankt sind?
In einem Symposium für niedergelassene Ärzte und die Angehörigen von Pflegediensten hat jetzt das Euskirchener Marien-Hospital versucht, die Ziele der so genannten Palliativmedizin zu erläutern und dazu einen in Fachkreisen prominenten Gast eingeladen. Denn der Bonner Professor Eberhard Klaschik ist Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Und der Gedanke der Palliativmedizin, unheilbar Kranken ein menschlisches Leben oder auch ein würdiges Sterben in angenehmer Atmosphäre zu ermöglichen, ist seit der Gründung der Palliativstation im Juni 2004 auch im Euskirchener Marien-Hospital verinnerlicht. Im Kreis Euskirchen ist die Palliativstation mit sechs Betten in zwei freundlichen Zweibett- und zwei Einbettzimmern die einzige für die Bevölkerung. Angeschlossen an die Abteilung für Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie von Chefarzt Professor Dr. Heinz Michael Loick bildet die Palliativstation einen eigenen Bereich, in dem nicht der übliche Krankenhauslook vorherrscht: Eine geschmackvolle, freundliche Einrichtung in den Zimmern, ein Besucherbereich mit Fernseher, ein Schlafzimmer für Besucher und die Möglichkeit zum Rooming in, wie in Neugeborenenstationen schon Gang und Gebe, machen aus der Station einen Bereich, in dem sich Menschen in Würde auf ihr Lebensende vorbereiten können oder ihre Würde zurückgewinnen, weil ihre unerträglichen Schmerzen gelindert oder gar überwunden werden. Im Symposium, zu dem sich 100 Besucher angemeldet hatten, berichteten neben Chefarzt Professor Loick auch die Palliativschwestern Elisabeth Heidgen und Ingrid Schaaf, die Oberärzte Johannes Jerusalem, Alexander Lurch und Arvid Bonn sowie der niedergelassene Arzt Dr. Thomas Weitershagen über Aspekte der Palliativmedizin.