BONN. Jeden Vormittag das gleiche Bild am Evangelischen Waldkrankenhaus in Bad Godesberg: Bedienstete und Besucher der Klinik führen einen erbitterten Krieg um die wenigen Parkplätze, stellen die Zufahrten zu den Häusern der Anwohner zu, kassieren massenweise Knöllchen. Das soll nun bis spätestens Sommer 2006 ein Ende haben. Das Waldkrankenhaus investiert 400 000 Euro in die Erweiterung des bestehenden öffentlichen Parkplatzes gegenüber dem Klinikeingang, sodass sich die Gesamtzahl der Stellplätze auf 350 erhöhen wird. Der Haken an der Gesichte: Die alten und neuen Parkplätze werden gebührenpflichtig.
Die Erweiterung der Parkflächen war nötig geworden, weil die Klinik in den vergangenen Jahren ihre stationären und ambulanten Plätze ständig ausgebaut und im September 2005 auch das erste Bonner Hospiz eingerichtet hat. Fünf Jahre lang hat die Stadt Bonn mit der Botschaft von Togo, die ihr Areal nur als Gesamtpaket verkaufen wollte, verhandelt und schließlich im April 2005 ihr Vorkaufsrecht über eine Teilfläche von gut 1500 Quadratmetern parallel zum bestehenden öffentlichen Parkplatz ausüben können; über den Kaufpreis schweigt sich die Stadt Bonn aus. Martin Krämer, Leiter des Liegenschaftsamtes: Da es sich um eine Waldfläche handelt, waren nur wenige tausend Euro aufzuwenden.
Diese Fläche wurde nun an das Waldkrankenhaus verpachtet. Die Klinik will noch diese Woche den Bauantrag für die Erweiterung und Neuordnung der Stellflächen einreichen. Auf dem Stück muss der bestehende Wald gerodet werden; mit einer schnellen Genehmigung des Bauantrages ist zu rechnen. 400 000 Euro kostet die Maßnahme, weil nicht nur die Parkplatzfläche vergrößert wird, sondern auch Schranken, Geldautomaten und Kameras auf dem neuen öffentlichen und den klinikeigenen Plätzen installiert werden müssen.
Teile der Investitionen will das Waldkrankenhaus, das 2005 mit dem Johanniter-Krankenhaus zu den Evangelischen Kliniken Bonn fusionierte, über Parkgebühren wieder hereinholen, deren Höhe allerdings noch nicht feststeht. Die Gebühren sollen täglich zwischen 7.30 und 17 Uhr erhoben werden, wobei die erste halbe Stunde kostenfrei sein wird, um Besuchern, die ihre Kranken nur einliefern oder wieder abholen, entgegenzukommen.
Der Geschäftsführer des Waldkrankenhauses, Klemens Kemper, und der Leiter des Liegenschaftsamtes versprechen sich von der Maßnahme eine deutliche Entlastung der tagtäglichen Parkplatzmisere am Rande des Kottenforstes.