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Energie aus Sonnenblumen

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Nachwachsende Rohstoffe als Energiequelle sind angesichts steigender Ölpreise immer mehr gefragt. Viele Landwirte setzen inzwischen auf den Anbau von Ölfrüchten.

WESSELING.Im Rhein-Erft-Kreis hat die Zahl der Landwirte in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, die auf ihren Feldern Raps für die Herstellung von Biodiesel anbauen. Angebaut werden auch Sonnenblumen, deren Samen längst nicht nur zu Salatölen, sondern mittlerweile auch zu Motorölen verarbeitet werden. Doch vielleicht bietet sich den Landwirten schon bald die Möglichkeit, durch den zusätzlichen Anbau von ganz speziellen Sonnenblumen zu regelrechten Energiebauern zu werden.

Für die Herstellung von Biogas werden nämlich zurzeit auf der Lehr- und Forschungsstation Dikopshof der Universität Bonn diese Spezialsonnenblumen angebaut. Der Versuchsbetrieb liegt zwischen Wesseling und Walberberg, und dort gedeihen zurzeit Prachtexemplare von Sonnenblumen, die unter optimalen Bedingungen bis zu vier Meter in den Himmel wachsen. Im Gegensatz dazu sind Sonnenblumen, die für die Körnerproduktion angebaut werden, nur ein bis zwei Meter groß.

Wie der Leiter des Versuchsbetriebes, Dr. Hubert Hüging, erklärt, könnten diese speziellen Zuchtformen für die Biogas-Herstellung von Nutzen sein. Sonnenblumen seien, ähnlich wie Mais, recht anspruchslose Pflanzen, da sie während des Wachsens keine intensive Pflege brauchen. Das halte den Anbau kostengünstig.

Augenmerk liegt

auf den Kernen

Hinzu komme, dass sie aufgrund ihrer Menge an Biomasse und mit den ölhaltigen Kernen bei ihrer Zersetzung in Biogasanlagen jede Menge Methangase freisetzen. „Unsere Aufgabe ist es aber nicht, Biogas herzustellen“, erläutert Hüging, „wir beschäftigen uns mehr mit dem Anbau der Sonnenblume.“

Von der Züchtung der überdimensional großen und kräftigen Pflanzen angefangen, wird auf dem Versuchsgut zum Beispiel erforscht, in welchem Reifegrad die Sonnenblume die für die optimale Methanproduktion hochwertigste Biomasse bringt. Dabei kommt es laut Hüging nicht nur auf möglichst viel Masse an; ganz wichtig sei vor allen Dingen der Reifegrad der Sonnenblumenkerne. Denn je nach Reifegrad sei auch der Ölgehalt unterschiedlich hoch. Und je höher der Ölgehalt, desto höher sei auch die Gasausbeute aus dem Erntegut. Deswegen muss bei der Züchtung auch darauf geachtet werden, dass die Sonnenblumen trotz ihrer beachtlichen Länge einen gut ausgeprägten und großen Samenkorb haben.

Sobald feststeht, ob sich der Anbau von Sonnenblumen für die Gasproduktion lohnen beziehungsweise rechnen wird, könnte ihr Anbau, hofft der Leiter des Dikopshofes, als ein weiterer Baustein biologischer Energielieferanten gesehen werden - mit dem angenehmen Nebeneffekt, die Artenvielfalt auf den Feldern zu erhöhen.