Bei der Geburtsvorbereitung dürfte es vielen Eltern ähnlich ergehen wie bei der Namensgebung für ihr Kind: Die Auswahl an Möglichkeiten ist riesengroß. Wie vielfältig und einfallsreich die Einstimmung auf das freudige Ereignis sein kann, hat die bekannte Kölner Hebamme Therese Schlundt vorgeführt: Für werdende Mütter komponierte sie ein Lied im Rhythmus der Wehe, das der Entspannung unter der Geburt dienen soll - den „Kölner Wehensong“.
Bei der Suche nach einer niedergelassenen Hebamme in Wohnortnähe ist das Hebammen-Netzwerk gerne kostenlos behilflich. Dem Verbund sind 85 Hebammen angeschlossen. Über ein aktuelles Computer-Verzeichnis lässt sich für werdende Eltern rasch herausfinden, welche Hebamme in welchem Stadtteil freie Kapazitäten hat.
Von den etwa 15 Hebammen-Praxen in Köln bieten die meisten auch Geburtsvorbereitungskurse an. Die Kurse, die es auch für Paare gibt, erstrecken sich über mehrere Wochen oder ein ganzes Wochenende. Inhaltliche Schwerpunkte sind, je nach Anbieter, Vorsorgeuntersuchungen, Schwangerschaftsbeschwerden, Geburtsablauf - und komplikationen, Stillen, Säuglingspflege sowie ärztliche Untersuchungen des Kindes. Darüber hinaus werden die Frauen in den Kursen mit Entspannungs- und Atemtechniken vertraut gemacht.
„Die Kurse müssen zwei bis drei Wochen vor der Niederkunft abgeschlossen sein“, berichtet Hebamme Susanne Teuerle, Vorsitzende vom Hebammen-Netzwerk. „Spätestens in der 26. Schwangerschaftswoche sollten sich die Frauen um einen Kurs kümmern.“ Wird er von einer Hebamme geleitet, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die werdenden Mütter, nicht aber für die Partner. Spezielle Kurse gibt es auch für Frauen, die bereits Kinder geboren haben.
Durch zusätzliche Angebote wie Yoga, Akupunktur, Aqua-Balancing (Tiefenentspannung im Wasser) oder spezielle Entspannungs- und Atemtechniken können die werdenden Mütter die klassischen Geburtsvorbereitungskurse noch ergänzen.
Nur etwa fünf Prozent der Frauen in Köln entscheiden sich für eine Hausgeburt. In der Regel arbeiten die niedergelassenen Hebammen mit den Frauenkliniken zusammen. „Bis auf wenige Ausnahmen können die Schwangeren an den Kliniken mit Beleghebammen entbinden“, so Teuerle. In Nippes bietet das „Kölner Geburtshaus“ die Möglichkeit zur ambulanten Geburt durch eine der acht Hebammen und auf Wunsch mit Anwesenheit einer Gynäkologin des Teams. Veranstaltungen und Kurse können auch Frauen in Anspruch nehmen, die später in einer Klinik entbinden. Nach Worten von Daniela Erdmann, Geschäftsführerin des Geburtshauses, sollten werdende Mütter auf einen Vorbereitungskurs nicht verzichten. Gut informierte Frauen erlebten die Geburt in der Regel angstfreier und entspannter.
Die Frauenkliniken laden im Rahmen der Geburtsvorbereitungskurse auch zu Kreißsaal-Besichtigungen ein. Meistens informieren Hebammen gemeinsam mit Geburtshelfern und Kinderärzten. Eingehend erörtert wird dabei auch die Frage der richtigen Geburtsposition.
