BERGNEUSTADT. Auf 35 000 Euro wird das Bild Zehn weiße Enten im Wasser geschätzt, das das Münchner Auktionshaus Neumeister heute versteigert. Im vergangenen Jahr wurden sogar 150 000 britische Pfund für ein Bild von Alexander Koester bezahlt. Alexander Koester war aber schon zu seinen Lebzeiten am Ende des 19. Jahrhunderts höchst erfolgreich.
Geboren worden ist er am 10. Februar 1864 in Bergneu-stadt. Seine Eltern sind der Strumpffabrikant Bernhard Koester, der ebenfalls in Bergneustadt zur Welt kam, und Ehefrau Emilia Koester, in Derschlag geborene Hollmann. 1870 schickten die Eltern ihren zweitältesten Sohn in ein Volksschulinternat nach Siegen. In den Ferien besuchte er noch regelmäßig sein Elternhaus in der Bergneustädter Altstadt. 1885 beginnt er in Winzheim bei Colmar eine Ausbildung zum Apotheker, die er aber gleich nach dem Tod seines Vaters noch im gleichen Jahr abbricht, um sich an der Kunsthochschule in Karlsruhe einzuschreiben. Es begann eine Karriere, die Koester zu Wohlstand führte. 1891 entdeckte er ein über Jahrzehnte bevorzugtes Motiv, das ihm in der Kunstwelt den Spitznamen Enten-Koester eingetragen hat.
Koesters Nachkommen haben dessen Heimatstadt nicht vergessen. So kam unter anderem das Bildnis seiner Schwester Helene hierher, berichtet der langjährige Leiter des Heimatvereins und -museums, Walter Köster (weder verwandt noch verschwägert). Weitere Bilder kamen ebenfalls als Schenkungen oder als Ankäufe mit Hilfe der Sparkasse in die Neustädter Sammlung. Im Heimatmuseum hängt heute unter anderem ein Selbstporträt und natürlich ein Entenbild. Allerdings nur in Kopie, das Original liegt im Tresor. (tie)